MLP zeigt Ex-Manager an
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insiderhandel mit MLP-Aktie

Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hat wegen vermuteten Insiderhandels mit Aktien des Finanzdienstleisters MLP Ermittlungen aufgenommen.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben vom zuständigen Bundesamt Unterlagen erhalten und ermitteln", sagte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski am Donnerstag und bestätigte damit einen Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Focus". Das Amt habe die Ergebnisse seiner förmlichen Insider-Untersuchung an die Staatsanwaltschaft weitergereicht. Gegen wen sich die Ermittlungen richten, sagte Jobski nicht. "Focus" hatte berichtete, es seien drei Manager des MLP-Konzerns und vier Familienmitglieder ins Visier der Justiz geraten.

"Dem Unternehmen liegen keine Erkenntnisse vor, dass führende Manager Insiderhandel betrieben haben", teilte die Heidelberger Gesellschaft am Donnerstag mit. "MLP hat großes Interesse an einer Aufklärung des Sachverhaltes und würde - falls sich der Verdacht bestätigen sollte - gegen die betroffenen Personen mit Entschiedenheit vorgehen", hieß es in der MLP-Stellungnahme weiter.

Den Unterlagen zufolge soll es im Zusammenhang mit der Gleichstellung von MLP-Stamm - und Vorzugsaktien am 10. September 2001 zu "auffälligen Handlungsabläufen" gekommen sein. Auch eine Sprecherin des BAFin sagte lediglich, die Ermittlungen ihres Amtes beträfen mögliche Insider-Geschäfte mit MLP-Aktien.

Neben den Ermittlungen wegen Insider-Handels untersucht die Staatsanwaltschaft Mannheim auch hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit der Jahresabschlüsse von MLP. Das Unternehmen teilte am Donnerstag erneut mit, von der Korrektheit der Abschlüsse überzeugt zu sein.

Gegen den ehemaligen MLP-Manager Dorian Simon habe das Unternehmen unterdessen Strafanzeige erstattet, hieß es weiter. Der Finanzdienstleister hatte sich Anfang September von seinem Auslandschef getrennt. Auf der Festplatte von Simons Computer sollen angeblich Reste von gelöschten Dokumente gefunden worden sein, die belegten, dass der Manager verschiedene Medien, darunter das Magazin "Börse online", mit MLP-Geschäftsinterna versorgt habe.

Die MLP-Aktie war am Donnerstagnachmittag mit einem Minus von mehr als acht Prozent auf zehn Euro größter Kursverlierer im Deutschen Aktienindex (Dax).

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