MMS, i-Mode und UMTS
Mobilfunk 2002: Die Trends des Jahres

Aus Mobilfunk wird in diesem Jahr "Mobile Multimedia". Das wünschen sich zumindest die Hersteller. Denn wer die Multimedia-Dienste MMS, i-Mode und UMTS nutzen will, braucht zuerst ein neues Handy.

Multimedia Messaging Service (MMS)

SMS war gestern. Wer im Trend liegen will, wird künftig "mimsen". Mit dem "Multimedia Messaging Service" sollen sich erstmals nicht nur Wörter, sondern auch Datei-Anhänge, Video-Clips, Audio-Clips und animierte Grafiken per Handy verschicken lassen.

Möglich macht die Übertragung dieser großen Datenpakete der Übertragungs-Standard GPRS. Eine MMS kann sowohl von MMS-fähigen Handys als auch direkt übers Web empfangen und versendet werden. Die neue Übertragungstechnik gilt als erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Einführung des Mobilfunkstandards UMTS.

Noch verhindert aber die Preis-Politik der Netzbetreiber die Übertragung größerer Datenmengen per MMS. Denn im Moment würde die Übertragung eines drei Megabyte großen MP3-Files beispielsweise mehr als zehn Euro kosten.

Die Hersteller sind auf den Einzug der neuen Technik schon vorbereitet: SonyEricsson will ein kostenpflichtiges Software-Update für sein T68 anbieten, sobald die ersten kommerziellen MMS-Dienste an den Start gehen. Marktführer Nokia bietet ab Mitte 2002 das Picture-Phone 7650 mit integrierter Kamera an. Und auch Vodafone plant, ab Sommer 2002 das erste MMS-fähige Handy auf den Markt zu bringen.

i-Mode

Aus Japan kommt der mobile Internet-Dienst i-Mode, den E-Plus noch im Frühjahr in Deutschland einführen will. Damit lassen sich E-Mails, Online-Spiele und lokale Nachrichten mit bunten Bildern unterlegt aufs Farbdisplay holen.

Rund 25 Millionen Japaner nutzen den 1999 eingeführten Online-Dienst bereits. Das System nutzt die paketvermittelnde Version des Standards PDC (Personal Digital Cellular). Wie bei WAP beträgt die Übertragungsrate 9600 Byte pro Sekunde. Seiten bis zu einer Größe von 500 Byte können übertragen werden. Deshalb gelangen sie sehr schnell und ohne Verzögerung auf das Empfänger-Handy.

Noch ist jedoch nicht abschließend geklärt, wann E-Plus den Dienst in Deutschland starten kann. Denn das Unternehmen steckt noch mitten in den Verhandlungen mit dem i-Mode-Erfinder NTT Docomo. Außerdem, so gab E-Plus bekannt, gebe es noch Software-Probleme mit den i-Mode-Handys des japanischen Konzerns NEC.

Experten glauben jedoch, dass i-Mode nur dann eine Chance habe, wenn der Dienst sehr schnell eingeführt wird. Ansonsten seien die Hürden, sich auf diese technische Plattform einzulassen, zu hoch: Wer i-Mode nutzen will, braucht ein neues Handy.

UMTS

Ende 2002 soll es soweit sein: Als erste Anbieter in Deutschland wollen Vodafone und MobilCom mit der dritten Mobilfunkgeneration an den Start gehen. Mit dem Universal Mobile Telecommunications System, kurz UMTS, versprechen sie ihren Kunden ein High Tech-Netz, in dem das Handy weit mehr sein soll als nur ein Telefon. Videokonferenzen, ganze Spielfilme und sämtliche Internet-Inhalte sollen blitzschnell auf kleine Multimedia-Alleskönner sausen. Denn das neue Netz ist vor allem schnell. 384 Kilobit pro Sekunde ist das Tempolimit: 200mal so schnell wie die heutigen GSM-Verbindungen und sechsmal so schnell wie ISDN.

Der Weg in die neue UMTS-Welt ist allerdings noch weit. Die Geräte sind noch in der Entwicklung - Motorola will rechtzeitig zum Netzstart die ersten in Deutschland ausliefern. Das Netz wird bis dahin allerdings noch lange nicht stehen. 2003 sollen gerade sieben Prozent der Fläche Deutschlands, vorrangig Ballungsräume, erschlossen sein. Damit würden nur 40 Prozent der Bevölkerung erreicht.

Und schließlich ist da noch die Suche nach der "Killeranwendung". Dahinter verbirgt sich der Vorteil, der die Kunden zwingt, ihre alten Handys zu verschrotten und sich ein neues UMTS-Gerät zuzulegen. Einer Studie der Bank Credit Suisse First Boston zufolge, wird es denn auch mindestens fünf Jahre dauern, bis auch nur jeder vierte Mobilfunknutzer ein Telefon der neuen Generation besitzen wird.

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