Mobilcom-Aktien legt 22 Prozent zu
Nemax weiter auf Talfahrt

Neuer Markt gibt nach schwachen US-Einzelhandelszahlen anfängliche Gewinne wieder ab. Die Situation bleibt unsicher. Nach anfänglichen Gewinnen ging es im Verlauf des Tages auch gestern wieder nach unten. Erst gegen Börsenschluss entspannte sich die Lage.

HB FRANKFURT/M. Kurz nach 14 Uhr drehte sich das Blatt: Der Dax fiel binnen Minuten um mehr als 60 Punkte, die Indizes am gebeutelten Neuen Markt drehten ins Minus. Grund waren die schwachen Zahlen des Einzelhandels in den USA. Sie werden als Indikator für das Verbrauchervertrauen gewertet. Dabei geht es dem Einzelhandel momentan nicht anders als der Börse. Quer über alle Segmente gilt:Vertrauen Fehlanzeige. Auch gestern waren bis zum Abend nur wenige Käufer am Markt, so dass oft schon kleinere Verkaufsaufträge ausreichten, um die Kurse weiter in den Keller zu schicken. Die alte Börsenregel, nicht in ein fallendes Messer zu greifen, wird zurzeit anscheinend besonders konsequent verfolgt.

Ein Beispiel dafür ist das Papier des Handy-Zulieferers Balda. Belastet von der Nachfrageschwäche bei den großen Handy-Anbietern fällt der Wert seit Wochen von einem zum nächsten Tief. Das Senken der Umsatzprognosen beim Großkunden Nokia Anfang der Woche hat die Abwärtsspirale noch beschleunigt. Händler hatten von einem Verkaufsauftrag eines institutionellen Anlegers berichtet, nachdem der Kurs am vergangenen Freitag erstmals unter 4 Euro gefallen war. Nach einem erneuten Minus von 3% ist er mittlerweile bei 3 Euro angelangt. Eine vom Markt erwartete Senkung der eigenen Prognosen dürfte damit im Kurs bereits weitgehend berücksichtigt sein, denn das Tagestief lag sogar bei 2,65 Euro.

Mit einer positiven Meldung versuchte gestern der Windkraftanlagenhersteller Nordex die Talfahrt der Aktie zu stoppen. Neuaufträge im Gesamtvolumen von rund 44 Millionen Euro für 50 Windenergieanlagen, die noch in diesem Jahr fertig gestellt werden sollen, brachten aber nur kurz den erhofften kräftigen Aufwind. Am Morgen stieg der Kurs in der Spitze um 16%, um sich schließlich gegen Abend nur noch 4% über dem Vortagesniveau einzufinden. Nun kostet das Papier wieder 4,17 Euro.

Zu den Gewinner gehörte nach dem Absturz an den Vortagen gestern die Mobilcom-Aktie. Der Titel legte 22% zu und kostet nun noch immer magere 7,50 Euro. Dabei spekulieren die Anleger darauf, dass Vorstandschef Gerhard Schmid doch noch das Feld räumen und damit den Weg für eine Rettung des Telekommunikationsanbieters freimachen könnte.

Diesen Schritt haben Pixelnet-Vorstandschef Matthias Sawatzky und sein Finanzchef Arno Waschkau bereits hinter sich. Die Anleger vermuten hinter dem plötzlichen Rückzug sicher nicht zu Unrecht Probleme bei der Integration der Photo Porst-Gruppe. Beim Versuch, die Filialkette in die Profitabilität zu führten, waren zuvor schon einige Manager gescheitert. Die Pixelnet-Aktie brach gestern um 22% ein und ist damit erstmals für weniger als 1 Euro zu haben.

Quelle: Handelsblatt

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