Mobilcom im Freien Fall
Freitag (13.) gab sich beim Dax die Ehre

Belastet von Sorgen über eine mögliche Zuspitzung der Irakfrage und heftigen Kursverlusten bei Finanz- und Technologiewerten ist der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag erneut schwächer aus dem Handel gegangen.

Reuters FRANKFURT. Das führende Frankfurter Börsenbarometer ging nach einem bewegten Handelstag mit einem Abschlag von 1,77 Prozent bei 3361 Punkten aus dem Handel, wobei die Aktie des Finanzkonzerns Allianz die Verliererliste anführte. "Das ist die ganze Sammlung schlechter Nachrichten. Angst vor einen Krieg im Irak, die Rückstellungen bei der Allianz, Sorgen um die Bewertung der Beteiligungen in den Unternehmensbilanzen und so weiter. Alles in allem macht Freitag der 13. seinem Namen alle Ehre", sagte Norbert Empting vom Börsenmakler Schnigge.

Ängste vor einem Krieg am Golf wurden nach Händlerangaben von US-Präsident George Bush neu angefacht, der die Vereinten Nationen (UN) aufforderte, bereits in Tagen oder Wochen und nicht erst in einigen Monaten gegen den Irak vorzugehen. Der Ölpreis reagierte mit einem Anstieg auf die Aussagen Bushs und die Ablehnung des Irak, UN-Inspektoren ohne Bedingungen ins Land zu lassen. An der Warenterminbörse legte der führende Terminkontrakt der europäischen Marke Brent 0,62 Dollar auf 28,35 Dollar pro Barrel (159 Liter) zu..

Unterschiedliche Signale gab am Freitag über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur. Während die Einzelhandelsumsätze im August überraschend stark gestiegen waren, fiel der Verbrauchervertrauens-Index der Universität Michigan für September niedriger aus als erwartet. Beide Indikatoren für die Wirtschaftsentwicklung werden als Fingerzeig auf die für die US-Konjunktur wichtige Konsumbereitschaft der Amerikaner gesehen.

Zum Handelsschluss in Frankfurt präsentierten sich die Aktienmärkte in New York uneinheitlich. Der Standardwerteindex Dow Jones verlor 0,98 Prozent auf 8298 Stellen, der Nasdaq-Index stieg aber um 0,43 Prozent auf 1284 Punkte. In Frankfurt ging am ehemals gefeierten Neuen Markt der Auswahlindex Nemax 50 3,31 Prozent schwächer mit 422,10 Zählern und damit nur knapp über seinem Rekordtief vom Nachmittag bei 410,67 Punkten aus dem Handel.

Mobilcom im Freien Fall

Dramatische Kursverluste mussten erneut die Anteilseigner von Mobilcom hinnehmen. Das Papier gab um 37,78 Prozent auf 1,12 Euro nach. Zuvor hatte der Großaktionär France Telecom MobilCom die finanzielle Unterstützung entzogen. Daraufhin kündigte MobilCom-Chef Thorsten Grenz an, das Unternehmen werde noch am Freitag einen Insolvenzantrag stellen. Klaus Baumann, Analyst bei SES Research, sagte: "Ein neuer Investor ist nicht in Sicht, zumal dieser sehr schnell gefunden werden müsste." Die Aktie sei nun nur noch für Spekulanten interessant.

Seit Ende Juli 2000, als die Aktie von Mobilcom noch 147,49 Euro kostete, hat das Papier 99,5 Prozent verloren. Die Marktkapitalisierung fiel in diesem Zeitraum auf 35 Millionen Euro von rund sieben Milliarden Euro.

Allianz-Aktien in der Nähe der 100-Euro-Marke

Im Dax schlosse die Allianz-Papiere nach einem kurzen Ausflug unter die Marke von 100 Euro mit einem Abschlag von 9,45 Prozent bei 100,20 Euro auf dem tiefsten Stand seit 1993. Die Allianz wird bei ihrer Gruppengesellschaft Fireman's Fund die Reserven für Asbest und Umweltrisiken in den USA um 750 Millionen Dollar aufstocken. Analysten sagten, die globale Börsenschwäche laste auf der Aktie.

Technologiewerte unter Druck

Negative Analystenkommentare belasteten Händlern zufolge die Technologiefirmen Infineon und SAP. SAP-Papiere büßten mehr als fünf Prozent auf 62,25 Euro ein. Marktkreisen zufolge hat die Investmentbank UBS Warburg die Titel auf "Hold" von zuvor "Buy" heruntergestuft und das Kursziel auf 65 von 90 Euro gesenkt. Infineon-Aktien verloren knapp vier Prozent auf 8,73 Euro, zuvor hatten sie bereits ein Rekordtief von 8,33 Euro markiert. Am Vortag hatte das Papier knapp elf Prozent verloren. Eine nachhaltige Erholung der wichtigen Speicherchippreise sei nicht erkennbar, schrieben die Analysten von M.M. Warburg, die zugleich ihre Gewinnschätzungen für Infineon reduzierten.

Die Aktie der Mannheimer Holding brach um fast 13 Prozent auf 36,60 Euro ein, nachdem der Vorstandsvorsitzende des Versicherer, Hans Schreiber, in einem Reuters-Interview für 2002 einen deutlichen Gewinnrückgang prognostiziert hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%