Mobilcom-Krise
Was lange währt...

Endlich hat es Dieter Vogel geschafft - nach vier Anläufen wurde der Ex-Thyssen-Manager heute zum neuen Aufsichtsratschef des Büdelsdorfer Mobilfunkanbieters Mobilcom gewählt

. Mehrfach hatte Firmengründer Gerhard Schmid versucht, die Wahl von Vogel in den letzten Monaten zu torpedieren. Grund: Der Ex-Mobilcom-Vorstandschef bezichtigt den ehemaligen Stahlmanager, er verfüge nicht über ausreichende Managementfähigkeiten und habe einen chaotischen Führungsstil. Doch Schmid hat offenbar vergessen, dass ohne die Hilfe von Vogel die Gesellschaft bereits pleite gewesen wäre. Dies hätte auch ihn hart getroffen. Denn sein Aktienpaket wäre durch eine Insolvenz wertlos geworden.

Ob aber mit der Wahl von Vogel bei dem schlagzeilenträchtigen Telekom-Firma endlich Ruhe einkehrt, ist fraglich. Denn Mobilcom verfügt noch über mehrere Baustellen. Dazu gehört unter anderem der Verkauf der für Milliardensummen angeschafften UMTS-Lizenz. Doch hierfür stehen die Käufer nicht gerade Schlange. Denn mit dem Rückzug des Mobilcom-Großaktionär France Telecom aus dem deutschen Geschäft mit dem neuen Mobilfunkstandard wird sich die ausländische Konkurrenz überlegen, ob sie das UMTS-Abenteuer eingehen soll.

Zudem dürften nur Interessenten eine Chance haben, die über ausreichend Eigenkapital verfügen. Denn die Bankenwelt wird sich einen potenziellen Erwerber der Lizenz zweimal anschauen, bevor sie ihm hierfür Kredite gewährt. Ob Vogel dieser Mammutaufgabe gewachsen ist, wird sich deshalb demnächst zeigen. Vielleicht verstummen dann endlich Schmids Attacken.

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