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Mobilcom rüstet sich angeblich für Abwehrkampf

Der Vorstandschef und Mehrheitsaktionär des Mobilfunk-Unternehmens Mobilcom, Gerhard Schmid, wappnet sich nach einem Pressebericht mit neuen Großinvestoren gegen eine mögliche Übernahme durch die France Telecom.

dpa-afx HAMBURG. Neben einem Investor, der 5 % der Mobilcom-Aktien halte, habe der New Yorker Investor Guy Wyser-Pratte 1,1 % an Mobilcom erworben, berichtet die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). "Wir glauben, dass die Mobilcom-Aktie bedeutendes Potenzial nach oben hat, und wollen verhindern, dass die Kleinaktionäre des Unternehmens ein Übernahmeangebot auf dem derzeitigen niedrigen Kursniveau akzeptieren müssen", sagte Wyser-Pratte der Zeitung.

Hintergrund der Investorensuche ist nach den Angaben der anhaltend niedrige Aktienkurs des im Nemax 50 gelisteten Unternehmens. Der Titel hatte sein Hoch im März vergangenen Jahres mit 199 ?. Am Montag schloss er bei 25 ?. Damit sei das Unternehmen an der Börse rund 1,5 Mrd. ? wert, hieß es. Als France Telecom vor 20 Monaten eingestiegen sei, habe Mobilcom noch einen Börsenwert von 7,7 Mrd. ? gehabt.

Um France Telecom daran zu hindern, große Aktienpakete zu diesem niedrigen Kurs zu kaufen, wolle Mobilcom-Chef Schmid mit der Hilfe von Investoren offenbar selbst auf die Mehrheit der Anteile kommen. Er halte bisher 42 % und sei damit größter Aktionär von Mobilcom.

Bereits in der Woche zuvor sei ein weiterer Investor mit 5 % eingestiegen. "Ich plane, mich mit diesem Investor in Kontakt zu setzen, da ich glaube, dass er ähnliche Ziele verfolgt", sagte Wyser-Pratte. France Telecom wollte die Gerüchte von Aktienaufkäufen nicht kommentieren.

Guy Wyser-Pratte, Chef und Gründer der New Yorker Investment-Beratungsfirma Wyser-Pratte, hatte nach den Angaben in den vergangenen Monaten in Deutschland Schlagzeilen gemacht, als er als Minderheitsaktionär bei dem Rüstungshersteller Rheinmetall einstieg und den Mehrheitsaktionär, die Familie Röchling, zu einem Kurswechsel drängte. Vor zwei Wochen hatte Wyser-Pratte seinen Rheinmetall-Anteil dann überraschend an die Röchlings verkauft, nicht ohne seine Investition mehr als zu verdoppeln, wie es hieß.

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