Mobilcom und T-Online gaben nach
Verhaltener Handel trotz positiver Vorgabe

Der Handel am Frankfurter Neuen Markt hat sich am Montag Händlerangaben zufolge bei geringen Umsätzen lustlos präsentiert. Der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zur Mittagszeit um 0,16 % auf 4327 Punkte ab, der selektive Nemax50-Index verlor 0,09 %.

Reuters FRANKFURT. Händler zeigten sich überrascht, dass die Kurse trotz der guten Nasdaq-Vorgaben aus den USA vom Freitag nachgaben. Die US-Technologiebörse war zum Wochenschluss dank besser als erwarteter Quartalszahlen des Mobilfunkausrüsters Qualcom 0,66 % fester aus dem Handel gegangen. Der technologielastige Nasdaq-Composite Index legte um 0,66 % auf 3451,58 Zähler zu.

Zur Präsidentschaftswahl in den USA sagten Händler, sie bezweifelten, dass sich diese auf den Neuen Markt auswirken werde. "Es kann mit beiden Kandidaten gerechnet werden, eine große Auswirkungen wird es nicht haben," sagte ein Börsianer.

"Es geht dem Neuen Markt eigentlich besser, als es derzeit im Index ausgedrückt wird", sagte ein Händler. Einzelne Werte wie Consors (plus 3,77 %) erholten sich zwar, insgesamt warteten aber noch viele Investoren auf einen besseren Zeitpunkt, um wieder in den Markt einzusteigen. Zudem seien die Umsätze sehr dünn. "Bei vielen Marktteilnehmern herrscht wohl noch unterschwellig ein wenig Skepsis."

"Viele der grossen Werte kommen nicht in die Gänge", sagte ein anderer Börsianer, der auf die Kurse von Mobilcom und T-Online verwies. Mobilcom gaben um 0,64 % auf 75 Euro nach, während T-Online um 1,63 % rutschten.

Auf der Gewinnerseite präsentierten sich die Titel des krisengeschüttelten Softwareunternehmens Infomatec mit einem Zuwachs von mehr als 38 % auf drei Euro. Die Gesellschaft hatte am Morgen mitgeteilt, sich künftig auf Lösungen für das interaktive Fernsehen zu konzentrieren und nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereich zu verkaufen. In den vergangenen Wochen war der Kurs von Infomatec auf knapp über zwei Euro eingebrochen. Infomatec war Ende August in die Schlagzeilen geraten, als die Firma ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr auf rund 50 Mill. Euro halbierte und überhöhte Angaben über Aufträge einräumen musste.

Ebenfalls im Aufwind lagen die Titel des Münchener IT-Dienstleisters Haitec (plus 17 % auf 12,40 Euro). Die Münchener Gesellschaft hatte mitgeteilt, seinen Verlust in den ersten neun Monaten dieses Jahres verringert zu haben. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) belaufe sich für die Monate Januar bis September 2000 auf minus 3,54 Mill. Euro nach minus 4,3 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte den Angaben zufolge um knapp 66 % auf 63,1 Mill. Euro zu.

Deutlich nachgeben mussten die Aktien des Internet-Datenbank-Betreibers DCI. Die Titel fielen im Mittagsgeschäft um mehr als 14 % auf 20,20 Euro. DCI hatte zuvor für die Monaten Januar bis September 2000 einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 11,8 Mill. Euro und einen Fehlbetrag nach Steuern von 6,2 Mill. Euro veröffentlicht. Notwendige Anlaufinvestitionen und außerordentliche Aufwendungen für Beratungsleistungen hätten das Ergebnis einmalig belastet, erklärte das in Starnberg bei München ansässige Unternehmen. Der Umsatz sei um 144 % auf 7,353 Mill. Euro gestiegen.

Börsianer erklärten, die DCI-Zahlen seien sogar etwas besser ausgefallen als erwartet. Offenbar verführen einige Anleger derzeit nach dem Motto: "Sell on good news", sagte ein WestLB-Händler. Sein Haus empfehle die Aktie weiterhin zum Kauf. Ein anderer Händler sagte, offenbar konzentriere sich der Markt auf den ausgeweiteten Verlust. In dieser Form sei die Reaktion eine Überraschung.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%