Mobilcom unter den größten Gewinnern im Nemax 50
Kursfeuerwerk am Neuen Markt nicht fortgesetzt

Die Aktien am Frankfurter Neuen Markt haben am Freitagnachmittag nur vorübergehend den Sprung in die Gewinnzone geschafft - danach ging es wieder abwärts. Für kurfristige Kursfantasien hatte der überraschend starke Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA im ersten Quartal gesorgt, doch reichte diese Nachricht für eine Kehrtwende nicht aus. Der Nemax 50 verabschiedete sich mit einem Minus von 0,87 % auf 1 797,86 Zähler ins Wochenende. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share büßte 1,33 % auf 1 868,43 Punkte ein.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien am Frankfurter Neuen Markt haben am Freitagnachmittag nur vorübergehend den Sprung in die Gewinnzone geschafft - danach ging es wieder abwärts. Für kurfristige Kursfantasien hatte der überraschend starke Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA im ersten Quartal gesorgt, doch reichte diese Nachricht für eine Kehrtwende nicht aus. Der Nemax 50 verabschiedete sich mit einem Minus von 0,87 % auf 1 797,86 Zähler ins Wochenende. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share büßte 1,33 % auf 1 868,43 Punkte ein.

SCM Microsystems stürzte ab



Größter Verlierer unter den Top-50-Werten war SCM Microsystems, die um 35,96 % auf 11,20 ? einbrachen. Phasenweise fiel der Wert sogar auf das neue 52-Wochen-Tief von 9,20 ?. Händler begründeten dies mit den Quartalszahlen, die überraschenderweise schlechter ausgefallen waren als erwartet. Der Verlust je Aktie belaufe sich auf 1,20 $. Insgesamt sei ein Minus von 18,4 Mill. $ erwirtschaftet worden. Der Hersteller von Smart-Card-Lesegeräten plane nun einen Stellenabbau, ohne genaue Zahlen zu nennen. Auch seien Zusammenlegungen von Betriebsstätten sowie Reduzierungen auf der Investitionsseite geplant.



Dagegen gehörte die Mobilcom AG mit einem Plus von 6,79 % auf 19,02 ? zu den größten Gewinnern im Nemax 50. Ein Frankfurter Händler machte eine Kaufempfehlung für den Kursanstieg verantwortlich. Joachim Koller, Analyst der Privatbank Merck Finck & Co. hatte das Kursziel für den Wert am Freitagmorgen auf 30 ? angehoben und die Aktien von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. Der Grund für die Empfehlung liege in der Vereinbarung mit E-Plus. In einem Interview hatte Gerhard Schmid diese als die "zweitwichtigste der Unternehmensgeschichte" bezeichnet.

Auch der Münchener Filmrechtehändler EM.TV legte anfangs zu, rutschte dann aber noch mit 0,19 % auf 5,25 ? ins Minus. Das angeschlagenen Unternehmen wollte Gerüchte, wonach der Finanzvorstand abgelöst wird, nicht kommentieren. Händlern zufolge würde derzeit überwiegend Kleinanleger die Aktie kaufen - institutionelle Anleger seien längst ausgestiegen. Viele erhoffen sich offenbar von der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz am kommenden Montag einen positiven Ausblick, sagte Analyst Alexander Kachler von der Privatbank Merck Finck & Co. "Wenn am Montag alles Negative auf den Tisch kommt, ist eine positive Reaktion kurzfristig möglich", urteilte der Experte.

Camelot im Sinkflug

Für schlechte Nachrichten wurde auch die Camelot AG bestraft. Die Aktie verbilligte sich um 35,35 % auf 1,39 Euro. Am Donnerstag hatte Camelot nach Börsenschluss eine Reduzierung der Prognosen für das laufende Jahr bekannt gegeben. Auffällig waren die Umsätze an diesem Tag: Während in dem Wert in den vergangenen 30 Tagen durchschnittlich 32.000 Euro gehandelt wurden, waren es vor der Veröffentlichtung der Pflichtmitteilung 331.000 Euro. "Wir können uns das auch nicht erklären, halten solche Entwicklungen allerdings für bedrohlich", sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Zacharias auf Anfrage. Man selbst habe die Unternehmenszahlen vor der Veröffentlichung nur einem "unbedingt notwendigem Kreis" zur Kenntnis gegeben.

Erst am späten Nachmittag gab die b.i.s. börsen-informations-systeme AG bekannt, dass die Umsatz und Ergebnisziele für das Geschäftsjahr 2000/2001 nicht erreicht werden können. "Wir sind dabei, unsere Beteiligungen und Tochtergesellschaften auf den Prüfstand zu stellen und wenn nötig abzustoßen", sagte Unternehmenssprecherin Anja Erb. Auch die schwache Börsensituation werde sich belastend auf das Gesamtjahresergebnis auswirken. b.i.s. stellt Technologie her, mit der beispielsweise Aktienkurse in Echtzeit abgerufen werden können. Die Börse reagierte so spät kaum auf diese Nachricht, der Kurs verbuchte ein Minus von 2,94 Prozent auf 4,95 Euro.

Refugium legt deutlich zu

Um 26,58 Prozent auf 2,00 Euro stiegen die Aktien des angeschlagenen Seniorenheimbetreibers Refugium AG an. Derzeit werden die Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit mit der Hamburger Marseille-Kliniken AG geprüft, dies beflügele offenbar die Anlegerfantasie, sagten Händler. In einem Gespräch mit sagte Refugium-Chef Klaus Küthe, dass es durchaus möglich sei, dass Marseille schon in Kürze in der Lage sei, benötigtes Geld zur Verfügung zu stellen. "Fünf Millionen DM würden schon Luft verschaffen", sagte Küthe. Mittelfristig bezifferte der Refugium-Vorstand den Kapitalbedarf bis zur Sanierung auf "20 bis 30 Millionen DM"

Für Ernüchterung unter den Aktionären sorgte dagegen die Metabox AG. Das Unternehmen hatte am Morgen überraschend die Bilanzpresse- und Analystenkonferenz abgesagt. Angeblich hätten die Daten für den Geschäftsbericht noch nicht vorgelegen. Der Hersteller von "Settop-Boxen" für die Internetnutzung per Fernseher sorgte in der jüngsten Vergangenheit immer wieder für negative Schlagzeilen. Nun setzten nicht nur die Anleger mit einem Abschlag von 12,50 Prozent auf 1,61 Euro den Wert unter Druck, sondern auch die Deutsche Börse. Denn bis um Mitternacht muss Metabox die Bilanz für das vergangenen Jahr veröffentlicht haben.

Die Micronas Semiconductor AG verlor 4,48 Prozent auf 277,00 Euro. Aufgrund eines deutlichen Einbruchs bei den Auftragseingängen im ersten Quartal hat das im Chipsektor tätige Schweizer Unternehmen verschiedene Kostensenkungsprojekte eingeleitet. Die verhaltenen Marktenwicklungen würden die Wachstumschancen von Micronas einschränken, hieß es.

Foris AG steigt nach Umsatzzuwachs

Gleich um 23,40 Prozent auf 5,80 Euro verteuerte sich die Aktie der Foris AG. Der Berliner Prozessfinanzierer steigerte im ersten Quartal seine Umsatzerlöse um 68 Prozent auf 8,9 Mio. DM. Das Betriebsergebnis habe planmäßig bei minus 2,49 Mio. DM gelegen. Für das Gesamtjahr erwarte FORIS einen deutlichem Umsatzanstieg und ein positives Gesamtjahresergebnis.

Die Aktien der e-m-s new media AG verbilligten sich um 2,10 Prozent auf 2,80 Euro. Das Untenehmen hat im Geschäftsjahr 2000 den Umsatz mit 14,5 Mio. DM mehr als verdoppelt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei minus 1,3 Mio. DM. Für das aktuelle Geschäftsjahr erwarte der DVD-Hersteller nach eigenen Angaben ein "deutlich positives" EBIT.

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