Mobilcom will auf jeden Fall dabei sein
DG Bank erwartet Erlöse von 50 Mrd. DM aus UMTS-Versteigerung

Die Mobilcom habe mit ihrem Vorpreschen signalisieren wollen: Wir wollen auf jeden Fall mit dabei sein, sagt Frank Hubert, Analyst bei der DG Bank.

DÜSSELDORF. Der zögerliche Beginn der Versteigerung sei durch taktisches Abwarten zu erklären, sagt Hubert. Ähnlich wie in den Niederlanden werde zunächst beobachtet: "Was bieten die Anderen? Wer prescht vor? Gibt es möglicherweise einen frühzeitigen Rückzug?" Bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen geht die DG Bank von deutlich niedrigeren Erlösen aus. Entgegen den dreistelligen Prognosen rechnen die Analysten mit einer Größenordnung von lediglich 50 Mrd. DM. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag von der DG Bank veröffentlichte Studie zum Thema UMTS-Standards.

Die Mobilcom wolle den UMTS-Markt nicht allein den vier in Deutschland etablierten Telekommunikations-Unternehmen überlassen, sagt Hubert. Die Marktdurchdringung im Mobilfunk wird nach Einschätzung der DG Bank in den nächsten Jahren so groß sein wie in den anderen großen westeuropäischen Ländern.

In Deutschland erwarten die DG Bank-Volkswirte ein höheres Marktpotential als in Großbritannien. Sie führen das zum einen auf die höhere Einwohnerzahl zurück, zum anderen rechnen sie mit einem raschen Aufholprozess bei der Handy-Nutzung in Deutschland.

Trotz dieser positiven Faktoren seien die Prognosen über dreistellige Auktionserlöse aber unrealistisch, sagt Hubert. Seit Beginn der britischen UMTS-Versteigerung seien die Aktienkurse von Technologie- und Telekommunikationsunternehmen um 40 % abgerutscht, wird in der Studie berichtet. Diese Kursrückschläge seien erst zur Hälfte wieder aufgeholt worden. Noch drastischer sei der Rückgang des Dow Jones EURO STOXX Telecom Index, der die wichtigsten europäischen Telekommunikationsanbieter umfasse. Diese Wertverluste beruhen nach Einschätzung der DG Bank auf deutlich reduzierten Ertragsschätzungen für UMTS und andere Technologien. Neben marktstrukturellen Gegebenheiten habe diese Einschätzung in den Niederlanden zu deutlich niedrigeren Versteigerungserlösen geführt.

Bei der Lizenzvergabe in Deutschland könnten weder die hohen britischen Auktionserlöse von fast 74 Mrd. DM erzielt werden, noch werde die Auktion so enttäuschend wie in den Niederlanden verlaufen, bei der lediglich 5,2 Mrd. DM erzielt worden sind.

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