Mobile Commerce
SMS-Botschaften als Werbe- und Infokanal auf dem Vormarsch

Kurznachrichten (SMS) per Handy zu versenden, mag für manchen als "jugendliche Marotte" anmuten, zumal die SMS zwar einfach aber vom Verfahren her umständlich zu versenden sind. Betrachtet man das Medium SMS aber aus Sicht der Werbe- und Marketingbetreiber, lassen sich darüber zielgruppenorientiert Werbung und Informationsdienste in großem Umfang versenden. Spannend ist außerdem, dass es Wege gibt, multimediale Kommunikation via Kurznachricht (EMS und MMS) zwischen allen Mobilfunkteilnehmern zu ermöglichen - unabhängig von Herstellern und technologischen Standards.

DÜSSELDORF. Effektives Marketing und das Versenden von profilierten Informationen per SMS im großen Stil scheitern zum Teil immer noch daran, dass das Volumen der Nachrichten, die gleichzeitig versandt werden können, viel zu gering ist - manche Nachrichten gehen zu Stoßzeiten sogar verloren, weil die Netzkapazitäten der Provider überlastet sind. Oder aber die versandten Informationen sind nicht zielgerichtet und kontextbezogen. Abhilfe schaffen können beispielsweise sogenannte "Large Accounts", mit denen ein umfangreicheres SMS-Volumen bewältigt wird und sogenannte Pull-Infodienste, die der Kunde selber per SMS anfordert. Bei den Large Accounts gewähren beispielsweise die Provider D1 und D2 einen bestimmten, vorher vereinbarten, großformatigen Datendurchsatz, zum Beispiel 5 000 bis 10 000 SMS pro Minute. Ein Contentanbieter bezieht diese Kapazitäten und bietet sein Informationsangebot unter seinem Namen plus einer nur fünfstelligen Nummer (zum Beispiel 72672) an.

Was steckt dahinter?

Die Beamgate Mobile Commerce AG, Sauerlach bei München, stellt ihren Kunden die auf ihre Bedürfnisse zugeschnittete, technische Plattform, die einen größeren SMS-Durchsatz pro Zeit und darüber hinaus zielgerichtete Informationskanäle ermöglicht. Kooperierationspartner des Unternehmens sind unter anderem Antenne Bayern, Radio FFH, das Jugendmagazin Yam oder der Sportwetten-Anbieter Oddset. Den Handynutzern werden wiederum unterschiedliche SMS-Infoservices Angeboten, die sie bei Bedarf selber abrufen (Pull-Dienste): regionale Staumeldungen oder aber Musik- und Sportinformationen. Dafür gibt der Nutzer lediglich den Namen des jeweiligen Contentanbieters (zum Beispiel Yam) in den SMS-Textmodus ein und wählt daraufhin die fünfstellige Nummer 72672 an. Umgehend erhält er als Antwort die Staumeldungen oder aber den Titel eines aktuellen Musikstücks, wenn er zum Beispiel Antenne Bayern eingegeben hat. "Möglich ist dies mit D1, D2 und Viag, e-Plus ist wahrscheinlich auch bald mit von der Partie", erläutert Dr. Thomas Fox, Vorstand der Beamgate AG, gegenüber Handelsblatt.com.

Umsatzbeteiligung

Beamgate setzt für seine Kunden auf Grund der digital zur Verfügung gestellten Daten individuelle Informationsangebote (auch "Beams" genannt) zusammen, die sie den Handynutzern kostenlos zur Verfügung stellen. Die Unternehmen bezahlen dafür eine Einrichtungsgebühr. Außerdem sind in der SMS 35 Zeichen als Werbeplatz vorgesehen, der auch von anderen Anbietern genutzt werden kann. "Das haben wir zum Beispiel mit Viag Loop umgesetzt. Die Umsätze werden dann zwischen dem Auftraggeber und uns geteilt," erklärt Fox.

Welche Produkte funktionieren noch?

CDs und Tickets verkaufen sich offenbar ganz gut. Ruft ein Handynutzer zum Beispiel bei einem Radiosender die Information nach einem bestimmten Musiktitel ab, wird das Angebot für die CD direkt hinter die Info geschaltet, mit der Möglichkeit, den Silberling gleich zu ordern. "Von der Vertriebsprovision, die wir pro CD erhalten, lassen sich natürlich noch keine Millionenumsätze generieren. Im Januar und Februar wurden jeweils 1000 CDs pro Monat verkauft", so Thomas type="person" value="Fox, Thomas">Fox. Mit dem Kooperationspartner und Konzertveranstalter Jump habe man jedoch über das Medium SMS innerhalb von fünf Wochen rund 3 500 Tickets verkauft.

Multimediale Kommunikation auf allen Handys

SMS sind zwar effektiv, sehen aber auch langweilig aus. Das liegt daran, dass herkömmliche Handys nicht über einen multimediafähigen Standard verfügen und es keine Verbindung zwischen heutigen Technologien wie GSM und kommenden wie GPRS und UMTS gibt. Der "Formate-Konflikt" ist vorprogrammiert. Sogenannte Messaging-Plattformen schaffen als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Geräten und Technologien Abhilfe und sollen den multimedialen Gruß mit jedem Handy ermöglichen. "Die SMS eines herkömmlichen Handys wird über unsere Plattform so konvertiert, dass sie dem Format des Empfänger-Handys entspricht", erläutert Sandra Wiewiorra, Marketing und Communication Manager der Convisual AG, gegenüber Handelsblatt.com.

Jeder Mobilfunkkunde soll dadurch multimediale Anwendungen nutzen können, ohne Rücksicht auf den technischen Standard seines Handys oder das des Empfängers. Der Multimedia Message Broker (MMB) sei eine intelligente Plattform zur Erstellung, Personalisierung, Konvertierung und Distribution von mobilen Multimedia Nachrichten, so Wiewiorra weiter. Bei jeder multimedialen Interaktion identifiziere der MMB die beteiligten Endgeräte und stimme die Darstellungsform des multimedialen Grußes auf das Empfangsgerät ab. "Bei älteren Handymodellen ist die Ansicht natürlich nicht so komfortabel", außerdem müsse der digitale Gruß bei ganz alten Handys noch über den Umweg einer zugesandten URL abgefragt werden.

Weitere Anbieter mobiler Werbung

SMS-Infowelt

1-2-snap

Mox Telecom

Mindmatics

Magic Response

Goyada

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