Mobile Computing: Kleine mobile Lösung mit großem Nutzen
Auf die Größe kommt es (nicht) an!

Dass die einfachen Sachen immer die besten sind das sagt schon der Volksmund. Die IT-Version davon lautet, dass gute Projekte in kurzen Zeiträumen greifbare Ergebnisse bringen müssen. Hier hat das Mobile Computing den Ruf anders zu sein. Die langläufige Meinung ist, dass ein Mobile-Projekt immer zwei Jahre dauert und Millionen kostet. Die Sinnhaftigkeit solcher Projekte wurde oft zurecht bezweifelt.

Gastkommentar von Holger Bothmer, Director Mobility Consulting, B2motion GmbH

Dass dies jedoch ein Vorurteil ist beweist ein Projekt der Bremer Firmen dbh (Datenbank Bremische Häfen) und B2motion. Dabei handelt es sich um eine mobile Anwendung für den LKW Fernverkehr, wo zur Zeit die Anfertigung von Quittungsbelegen bei Warenablieferung vorgeschrieben ist. Ein solcher Quittungsbeleg muss die Auftragsdaten tragen und bei Ablieferung der Ware vom Empfänger gegengezeichnet werden. Das Problem ist jedoch, dass die LKW-Fahrer im Fernverkehr nur in unregelmäßigen Abständen im Büro erscheinen. Aufträge werden meist unterwegs telefonisch zugeteilt. D.h. der Fahrer nimmt in der Regel seine Ware in Empfang ohne die entsprechenden Auftragspapiere und liefert diese auf direktem Wege beim Empfänger ab. So kann z.B. ein Bremer Trucker eine Fuhre nach Augsburg bringen, ohne bereits eine Fuhre für die Rückfahrt zu haben. Auf dem Weg nach Augsburg erhält er einen Anruf von seinem Disponenten, der für ihn eine Fuhre von Augsburg nach Stuttgart hat.

Wie kommt der Fahrer jetzt an seinen Quittungsbeleg für Stuttgart? Das wurde bis heute so gelöst, dass LKW-Fahrer bestimmte Tankstellen anfuhren, die ein Faxgerät zur Verfügung stellen. Der Disponent faxt dann auf Anweisung die Auftragsunterlagen an dieses Geräte. Dieses Verfahren führt zu - teilweise erheblichen - Umwegen für den Fahrer und zu einem hohen Kommunikations- und Koordinierungsaufwand zwischen Fahrer und Disponent.

Das Problem, das es zu lösen galt war also klar: Der Fahrer muss seinen Quittungsbeleg selbst erstellen können. Die projektierte Lösung ist denn denkbar einfach: Die Fahrer werden mit einem SmartPhone und einem Mini-Drucker ausgestattet. Die Benachrichtigung über neue Aufträge erfolgt per SMS. Der Fahrer kann sich dann seine Daten vom Server abholen und seine Belege drucken.

So einfach die Lösung, so vielschichtig ist die Aufgabenstellung: Welche Daten müssen ausgetauscht werden? Wie liegen die Daten bei den Speditionen vor? Welche Übertragungsverfahren können genutzt werden? Welche Hardware im LKW erfüllt die hohen Anforderungen an Bedienbarkeit, Robustheit und Kosten? Interessanterweise war gerade die Frage nach der geeigneten Hardware nur schwer zu beantworten und erforderte viel Recherche und Evaluation.

Als Problem erwies sich das Finden eines geeigneten Druckers. Nach langen Recherchen fiel die Wahl auf den A6 Drucker der Firma Sipix. Dieser Drucker hat etwa die Größe von zwei Zigarettenschachteln und ist speziell für den Betrieb mit PDAs entwickelt.

Die Auftragsdaten werden auf einem zentralen Server verwaltet, der Fahrer kann nur auf die Aufträge zugreifen, die im vorher vom Disponenten zugeteilt wurden. Die serverbasierte Lösung bietet außerdem den Vorteil, dass mehrere Speditionen Aufträge untereinander handeln können.

"Wir werden diesen Dienst als ASP anbieten." Sagt Reimund Ott, Geschäftsführer der dbh. "Als Spezialist für Logistiksysteme habe wir hier gemeinsam mit unseren Kunden ein wirkliches Problem am Nerv gepackt. Gemeinsam mit der B2motion haben wir es geschafft ein altes und lästiges Problem mit einfachen Mitteln und überschaubaren Kosten zu lösen."

Das Projekt wird mit einer Entwicklungszeit von nur drei Monaten realisiert. Die Anwender können diesen Service ohne Investitionen nutzen. Ihre bestehenden Systeme werden über vorhandene Schnittstellen angebunden und sogar die Hardware für die LKWs wird im Rahmen des ASP Pakets mit zur Verfügung gestellt. Mobile Projekte können sehr wohl klein und günstig sein. "Mehr noch," sagt Gernot Neumann-Mahlkau, Geschäftsführer der B2motion GmbH, "ein gutes Mobile-Projekt ist eines, das beim ersten Betrachten sofort Sinn macht. Die IT wird dorthin gebracht, wo sie gebraucht wird. Wir bezeichnen das als situationszentrische Anwendung."

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für mobile Projekte ist die Überschaubarkeit des Problems, die automatisch zur überschaubaren Lösung führt. Außerdem ist das Projekt Beispielhaft hinsichtlich der Vielschichtigkeit von mobilen Projekten. Hier wurde das gelöst, indem Branchen-Know-How der dbh mit dem umfangreichen Mobile-Know-How der B2motion kombiniert wurde.

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