Mobile Internet-Geräte im Fokus
Intel will Motor der IT-Industrie sein

Die IT-Branche wartet auf die lang ersehnte Erholung und setzt verstärkt auf den Markt mit mobilen Internet- Geräten. Doch während vielen Unternehmen nach rund zwei Jahren der Flaute der Sinn kaum noch nach Risiken steht, gibt sich der weltgrößte Chiphersteller Intel optimistisch und präsentiert sich als Zugpferd der Branche.

HB/dpa SAN JOSE. "Die letzten zwei Jahre haben deutlicher als jemals gezeigt, dass Innovationen und Technologie selbst bei einer so schwachen Wirtschaftslage fortschreiten", sagte Intel-Chef Craig Barrett auf dem Entwicklerforum IDF in San Jose.

Der Grundbaustein aller Computerchips, das Silizium, wird nach Meinung des Unternehmens künftig längst nicht mehr nur Rechenleistung übernehmen, sondern die Basis für alle Bereiche der mobilen Kommunikation sein. Für die Zukunft der Kommunikation werde Intel die Basis-Komponenten entwickeln.

Mit zahlreichen Forschungsprojekten etwa in der Sensortechnik oder mit Laserstrahlen will Intel das Zusammenwachsen der Computer- und Kommunikationswelt auf der Basis des Siliziums vorantreiben. "Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der jedes Stück Silizium in PCs, PDAs, Handys oder anderen elektronischen Geräten nicht nur rechnen, sondern auch mit vielfältigen drahtlosen Netzwerken kommunizieren kann", sagte Intel-Technikchef Pat Gelsinger. "Wir bringen Unterhaltung, Kommunikation und Rechenleistung zusammen." Die Entwicklung neuer Technologien und Anwendungen werde aber auch wiederum die Art, wie wir kommunizieren, verändern.

Erst kürzlich hatte das Unternehmen einen neuartigen Chip vorgestellt, mit dem der Computerchip-Hersteller angesichts stagnierender PC-Absätze seinen Einfluss im Markt für Handys und mobile Geräte weiter ausbauen will. "Manitoba" vereinigt erstmals alle wesentlichen Funktionen eines Handys auf einem einzigen Prozessor. Mit der neuen Entwicklung sollen künftig Mobiltelefone deutlich kleiner, billiger und stromsparender sein und mit neuen Zusatzfunktionen ausgestattet werden können. Der Chip verfügt sowohl über Rechen- und Speicherfunktionen als auch über eine Signal- Funktion für die Übertragung von Audiosignalen.

Mit der Integration etwa von Kommunikations-Funktionen auf Silizium-Chips hofft Intel, seine führende Rolle bei Halbleitern auf die Telekommunikations- und Unterhaltungsbranche auszudehnen. Mit Manitoba könnte das Unternehmen vor allem Texas Instruments, dem weltgrößten Hersteller von Chips für den Handymarkt, ernsthafte Konkurrenz in einem lukrativen Markt machen. Immerhin erwartet der derzeitige Marktführer durch den Aufbau der Infrastruktur von UMTS und neuer mobiler Angebote noch in diesem Jahr einen Bedarfsanstieg an entsprechenden Halbleitern von 50 Prozent.

Bereits zur CeBIT in Hannover soll eine ganze Reihe von Notebooks mit Intels neuer Mobil-Chip-Architektur Centrino auf den Markt kommen. Die Plattform sei speziell für den mobilen Einsatz konzipiert und benötigt bei hoher Leistung (bis 1,6 Gigahertz) deutlich weniger Energie als seine Vorgänger, sagte Intel- Manger Anand Chandrasekher. Damit sei erstmals eine Batterielaufzeit bis fünf Stunden realisiert. Centrino besteht aus dem eigentlichen Prozessor, einem Chipsatz sowie einer bereits integrierten Funktion zur drahtlosen Übertragung von Daten über lokale Netze oder über so genannte Hotspots über den neuen Standard Wi-Fi (802.11 a und b).

Drahtlose Netzwerke und der neue Übertragungsstandard Wi-Fi gehörten derzeit zu den attraktivsten Technologien, sagte Barrett. Bereits heute gibt es in Restaurants, Hotels und an Flughäfen großer Städte die "Hotspots" als drahtlose Zugänge ins Internet. Die schnelle und möglichst flächendeckende Verbreitung der mobilen Zugänge sei vordringlichstes Ziel des Unternehmens. Intel hat nach eigenen Angaben bereits 25 Millionen US-Dollar in mehr als 15 Netzwerk-Unternehmen investiert, um den zügigen Ausbau voranzutreiben. Die Preise für die Nutzung seien derzeit noch sehr unterschiedlich, sagte Intel-Manager Don McDonald. An vielen Orten werde sie sogar kostenlos angeboten. "Die verschiedenen Preismodelle werden sich aber durch zunehmenden Wettbewerb weiter verändern."

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