Mobile Kommunikation ohne Grenzen
Internet – immer und überall

Neue UMTS-Dienste können Handybesitzer durch die Straßen fremder Städte führen. Wo immer jemand geht, steht oder sitzt, das Internet in der Jackentasche ist überall mit dabei.

HB. An der nächsten Kreuzung biegen Sie bitte rechts ab. Ordnen Sie sich links ein. Nach 100 Metern biegen Sie bitte links ab. Noch 20 Meter in die gleiche Richtung weiterfahren. Ihr Hotel befindet sich auf der rechten Straßenseite." So könnte einer der neuen UMTS-Dienste Handybesitzer durch die Straßen fremder Städte lotsen.

Wo immer jemand geht, steht oder sitzt, das Internet in der Jackentasche ist überall mit dabei. Digitale Stadtführer, die einem den Weg zum nächsten Amt, Kino oder Apotheke weisen; Handys, die die günstigste Alternative zur verstopften Straße zeigen. Wegbeschreibung zur nächsten Bushaltestelle, Fahrscheinkauf per Knopfdruck, Abbuchung vom Konto via Handy. Location Based Services heißen diese Dienste, die es ermöglichen, auf die speziellen Bedürfnisse der Handybesitzer einzugehen, unabhängig davon, wo sie sich gerade befinden.

Die Mobilfunktechnik, die dies möglich macht, ist UMTS. Dabei ist UMTS nichts anderes als ein hoch verfügbarer Internetzugang, über den sämtliche vorstellbaren Sprach- und Datendienste übertragen werden. Lediglich die letzte Meile (Zugang zum Nutzer) wird drahtlos über die Funkfrequenz übertragen.

Die Bedeutung eines schnellen optischen Backbones für das UMTS-Netzwerk wird deutlich, wenn man sich dessen Nutzung als "Wireless Internet", also als drahtloses Internet, vor Augen führt. Wie im herkömmlichen Internet greift ein UMTS-Teilnehmer auf Daten zu, die von einem Server verwaltet werden.

Dieser Server steht in der Regel zentral im Netzwerk und ist an das Backbone-Netzwerk angeschlossen. Die paketbasierte Übertragung von Daten und Sprache zwischen Server und Teilnehmer erfolgt also über Funk (vom Handy zur Basisstation) und über das Backbone (von der Basisstation zum Server).

Damit es auf dem Weg zum Server keine Datenstaus gibt - etwa durch die Übertragung von Daten über Kupferleitungen - setzen Netzwerkhersteller wie Nortel Networks schnelle optische Netzwerke ein. So wird die schnelle Datenzulieferung auf mobile Endgeräte gewährleistet.

Mit einer deutlich größeren Datenübertragungsbandbreite als GSM - bis zu zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Gegensatz zu 9,6 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) - lassen sich beliebige Inhalte wie Multimedia-Anwendungen, Videokonferenzen oder aber digitale Stadtpläne übertragen. Das macht UMTS bis zu 200-mal schneller als GSM-Handys und immerhin noch 30-mal schneller als ISDN.

Aber Bandbreite allein wird nicht ausreichen, um UMTS zum Erfolg zu führen, da der Endanwender nicht Bandbreite nachfragt, sondern Mehrwertdienste, die wiederum Bandbreite voraussetzen. Deshalb lautet die zentrale Frage, mit der sich die UMTS-Lizenznehmer beschäftigen: Welche Dienste und Anwendungen, die von den Kunden akzeptiert werden, sollen eingeführt werden, damit sich die hohen Lizenzkosten wieder amortisieren.

Nach Studien von Marktforschungsunternehmen liegen Dienste wie "Versenden und Empfangen von E-Mails", "Zugriff auf Verkehrsinformationen und Navigationshilfen" und der "Abruf von aktuellen Informationen" ganz vorne auf der Liste der möglichen "Killer-Applikationen". Das ergab eine Umfrage bei potenziellen UMTS-Nutzern in zahlreichen europäischen Ländern sowie in den USA. Die Location Based Services funktionieren, weil sie den jeweiligen Standort des Nutzers kennen und auf ihn zugeschnitten sind. Marktforschungsunternehmen wie Strategis Group und Ovum prognostizieren einen weltweiten Umsatz mit ortsbezogenen Diensten von bis zu 25 Milliarden US-Dollar bis 2005.

Karten und Luftbilder, die digital aufbereitet werden müssen, dienen als Grundlage solch ortsbezogener Dienste. Inhalte, zusammengestellt und bereitgestellt von Content-Providern (Inhalteanbietern), reichern das Angebot von UMTS-Anwendungen und-Diensten an. So könnte ein möglicher Service für unseren Reisenden, der sein Hotel gefunden hat, die Bereitstellung von Ausgehtipps für Restaurants oder Kinos sein.

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