Mobile Sensoren und Bewegungsmelder mausern sich zu Babysittern
Roboter bewachen Einkaufszentren und Büros

Mosro bleibt die ganze Nacht hellwach. Er warnt vor Eindringlingen, bevor diese ihn entdecken. Der Überwachungs-Automat rollt über den Gang, reagiert auf jedes Geräusch, jede Bewegung. Science-Fiction? Nein, sagt Robowatch-Geschäftsführer Jens Hanke. Es gibt Mosro tatsächlich. Hanke hat ihn selbst entwickelt. "Die Radar-Sensoren nehmen menschliche Körper sogar durch Mauern wahr", sagt der Sicherheitsexperte.

DÜSSELDORF. Wird ein Einbruch oder ein Feuer entdeckt, schlägt das Gerät umgehend Alarm. Per Funk, ISDN oder Datennetz wird der Vorfall an die Einsatzzentrale gemeldet. Der Automat überträgt dabei Daten über seine Position und aktuelle Umgebungs-Bilder. Der Mitarbeiter in der Leitzentrale kann den Roboter zur Gefahrenidentifizierung auch an kritische Stellen fernsteuern und über eine Texteingabe zum Sprechen zu bringen.

Mit einem neu entwickelten SMS-Informations- und Fernwartungssystem lässt sich der Roboter sogar über Mobilfunk überwachen und lenken: Sobald der Automat eine Störung detektiert, sendet er eine Alarm-SMS aufs Handy. Diese gibt Auskunft über die aktuelle Position und den angesprochenen Sicherheitssensor: Rauch, Gas, Radar oder Infrarot. Per Antwort-SMS kann reagiert werden: Man kann die Beleuchtung anschalten oder Daten abfragen - etwa wer wann als letzter Zutritt hatte.

Bereits im vergangenen Jahr hat das junge Berliner Unternehmen den ersten Typen des Sicherheitsautomaten vorgestellt. Das Gerät ist inzwischen serienreif, kostet rund 15 000 Euro und wird u.a. von Sicherheitsdienstleistern wie Securitas genutzt. Ende nächsten Monats soll Mosro sogar Nachwuchs bekommen: einen Miniroboter für Büros und den Hausgebrauch. "Dieser Automat passt auf die Wohnung auf, kann Babys beobachten oder vor Rauch und Gasen warnen", erläutert der Geschäftsführer von Robowatch das Konzept. Eine geländegängige Variante des Systems ist für den Herbst geplant.

Feuerlöscher auf Rädern

Der rund 1 200 Euro teure Miniroboter ist nur 28,5 Zentimeter hoch und sieht aus wie ein Feuerlöscher auf Rädern. Die Route für die Patrouillengänge wird am PC programmiert. Das System verfügt über eine integrierte Kamera und ein Mikrofon. Mit drei Infrarot-Sensoren kann der Roboter auch bei Dunkelheit Veränderungen in seiner Umgebung erkennen. Die Informationen werden über Funk an den PC, ein Notebook oder das Handy übertragen. Praktisch: Um Fehlalarme zu vermeiden, erkennt das System die Familienmitglieder an einem Transponderchip, den diese bei sich tragen.

Nicht alle Sicherheitssysteme, die am Markt angeboten werden, sind so komfortabel. Doch inzwischen verknüpfen viele Hersteller ihre Einbruch- und Brandmelder mit dem Internet, hat Urban Brauer, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Hersteller und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen, festgestellt. Dadurch lässt sich das Firmengelände oder das Ferienhaus auch aus der Ferne überwachen.

So bietet beispielsweise die Iconag AG Internet-Controller an mit eingebautem Webserver, mit denen sich Alarmsysteme über das Internet steuern lassen. Informationen zur Sicherheitslage daheim sind damit von fast jedem Ort der Welt aus in Sekunden verfügbar. Dabei muss eine Anbindung ans weltweite Datennetz mittlerweile auch nicht mehr zwangsläufig "Diätkost" bedeuten: Dank verschiedener Schnittstellen können vom Bewegungs- bis hin zum Rauchmelder vielfältige Komponenten angeschlossen werden. Selbst ältere Analog-Kameras werden von dem System unterstützt. "Mit unserer 128-Bit-Verschlüsselung bieten wir denselben Sicherheitsstandard wie Online-Banken", sagt Iconag-Marketing-Leiterin Sabine Stosch.

Intelligent vernetzte Systeme

Die bestmögliche Sicherheit gewährleisten jedoch intelligent vernetzte Systeme: Egal ob Türschloss oder Überwachungskamera, einzeln betrachtet lässt sich jedes System umgehen. Nur durch Integration der Geräte und Kommunikation untereinander besteht die Möglichkeit, Gefährdungen bereits im Ansatz zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Ein Beispiel hierfür ist der Sicherheitszaun der Firma CC2000 aus Drebbern. Mauern, Zäune und Böden können mit einem Sensorkabel aus Glasfaser gesichert werden. Völlig stromlos, nur mit Licht, werden äußere Einwirkungen wie mechanischer Druck oder Verformung registriert. Die in den Schutzzaun eingeflochtene Sensorfaser ist für den Eindringling nicht sichtbar. Stützt dieser sich auf den Zaun, wird das Lichtleitverhalten der Glasfaser beeinträchtigt - und der Sensor löst Alarm aus.

Im Idealfall ist das Gelände auch mit Videokameras bestückt; die Software spricht dann die jeweiligen Kameras in der Umgebung des Alarmortes an. So erhält die Einsatzzentrale gleichzeitig mit der Alarmmeldung auch die aktuellen Bilder der Kameras auf den Schirm. Durch den Verzicht auf elektrische Komponenten innerhalb des Sensors ist dieser robust gegen elektromagnetische Strahlung. Selbst Gewitter können das Sicherheitssystem so nicht außer Gefecht setzen.

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