Mobiler Internetzugriff soll komfortabler werden
Omnisky startet Internetservice für Organizer

Mit dem Mobiltelefon im Netz surfen nur Technikfans; für aufwändige Recherchen ist das Display zu klein. Omnisky International will nach den USA nun auch in Europa die besser für diesen Zweck geeigneten Personal Digital Assistants (PDA) mit dem Internet verbinden und Zusatzdienste wie E-Mail-Zugriff und Terminplanung anbieten. In Deutschland hat das Angebot noch Kinderkrankheiten. Eine Flatrate für die Nutzung ist noch nicht vorgesehen; zunächst läuft der Dienst im GSM-Netz.

jgo DÜSSELDORF. Omnisky International wird im April als erstes Unternehmen in Deutschland einen drahtlosen Internetzugang mit personalisierten Informationen für Personal Digital Assistants anbieten. Das Joint Venture aus Omnisky und News Corporation will auf der Cebit Details zum Start präsentieren. Im Gespräch mit Handelsblatt.com erläuterte Peter Harkin, Direktor für strategische Finanzplanung, schon vorab die Unternehmensstrategie.

Seit knapp einem Monat ist Omnisky International, ein Joint Venture aus Omnisky und News Corporation, in Europa aktiv. Deutschland ist nach Großbritannien der zweite Markt, in dem das Unternehmen seinen Dienst vermarktet. Über ein Aufsteckmodem sollen die Kunden vom 15. April an Zugriff auf personalisierte und für den Einsatz in Organizern optimierte Inhalte erhalten. Das Unternehmen setzt dabei auf Partnerschaften mit nationalen Zeitungen und Nachrichtenanbietern sowie Servicediensten. In Deutschland gehören nach Unternehmensangaben beispielsweise die Zeitung "Die Welt", "Das Handelsblatt", der "Computerchannel" oder auch das Branchenverzeichnis "Yellowmap" zu den Partnern.

Im Beta-Test wird den Kunden der Dienst im Dreimonats-Abo mit Modem für 449,00 DM offeriert. Zusätzlich werden pro Minute Nutzung über den Partner Viag Interkom 39 Pfennig erhoben. Damit unterscheidet sich das Angebot erheblich vom Nutzungsmodell in den USA, aber auch vom Betatest in Großbritannien. Die britischen Nutzer erhalten zum Preis von 199 Pfund nicht nur einen Organizer und ein Aufsteckmodem, sondern für drei Monate auch unbeschränkten Zugriff auf das Internet. Partner ist BT Cellnet. Nach dem dreimonatigen Testlauf wird der Dienst den Kunden für 15 Pfund im Monat angeboten. Nutzer in Deutschland sollen nach dem Testlauf 59,00 Mark Monatsgebühr plus Verbindungsentgelte zahlen.

Nach Auffassung von Peter Harkin, Direktor für strategische Finanzplanung, ist das Unternehmen zuversichtlich, auch mit diesem Tarifmodell Interessenten zu finden. Absetzen will sich das Unternehmen vor allem von Anbietern wie AvantGo, das einen Zugriff auf Web-Inhalte bei der Synchronisation von PC und PDA bietet. Neben dem jederzeit möglichen mobilen Internetzugang auf aktuelle Inhalte will das Unternehmen vor allem mit einer komfortablen E-Mail-Verwaltung Kunden für sich gewinnen. Eine spezielle Software soll es erlauben, selbst Outlook-Systeme von der Ferne aus zu verwalten, die durch eine Firewall geschützt sind. Bislang kann das Unternehmen nach Harkins Worten aber nur die Verwaltung von bis zu 6 webbasierenden E-Mail-Zugängen pro Nutzer garantieren.

Auf der Cebit will Omnisky International einen Bluetooth-Chip vorstellen, mit dem die Kunden in Zukunft den Dienst auch über eine Funkverbindung zum Mobiltelefon nutzen können. Zudem ist in den nächsten Monaten ein Umstieg vom GSM-Standard auf GPRS geplant. Befürchtungen, die Kunden könnten nach dem Debakel rund um die WAP-Technologie dem mobilen Internet skeptisch begegnen, hegt Harkin nicht: "Wir sehen das im Gegenteil als großen Vorteil an, denn der Internetzugriff ist mit Omnisky viel komfortabler." Zuversichtlich stimmen Omnisky auch Studien über das Wachstum des Marktes für Organizer. So soll der PDA-Verkauf in Westeuropa bis 2004 auf 6,4 Millionen Stück klettern. In Deutschland rechnet Omnisky International nach Harkins Worten mit "einigen tausend Kunden".



Omnisky unterstützt im Betatest nur Palm-Modelle

Zum Start unterstützt das Aufsteckmodem für den Service nur den Palm V/Vx. In den kommenden Monaten sollen neue Modems auch für den HP Jornada und die Pocket PCs der Compaq-iPaq-Serie zur Verfügung gestellt werden. Die proprietäre Software ist auf den Einsatz mit Palm OS, Windows CE und Symbian ausgelegt. Im zweiten Quartal sollen die Beta-Kunden auch via Bluethooth-Technologie den Service nutzen können. Dabei wird der PDA mit einem Chip ausgestattet, der den Kontakt zum Mobiltelefon über eine Funkverbindung im Umkreis von 10 Metern herstellt.



USA sind auch beim mobilen Internetzugriff weiter

In den USA werden die PDAs schon seit geraumer Zeit für den Internetzugriff genutzt. Vor allem die Einführung des Palm-Modells VIIx, das mit dem Zugangsservice Palm.Net vermarktet wurde, brachte Bewegung in den Markt. Inzwischen werden Geschäftskunden, die sich die Erreichbarkeit Monatsgebühren bis zu rund 80 Mark kosten lassen, mit Flatrates heftig umworben, und nicht nur Omnisky expandiert in neue Märkte. Auch GoAmerica ist dabei, seine Geschäfte auszudehnen; neue Kunden will das Unternehmen in Kanada, Südafrika und in asiatisch-pazifischen Ländern gewinnen. Auf seine besonders innovative Technik setzt das Unternehmen Yada Yada. Im Gegensatz zu den Konkurrenten kann das Unternehmen jede HTML-Seite auch auf dem PDA darstellen. Allerdings laufen speziell für PDAs formatierte Seiten, so genanntes Web Clipping, deutlich schneller und komfortabler. Yada Yada ist mit einer Internetsite und einem Büro in München auch schon in Deutschland vertreten und plant zurzeit seinen Markteintritt.

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