Mobilfunk-Fachmesse „3GSM“ in Cannes: Mobilfunkbranche setzt auf Kooperationen und neue Geschäftsfelder

Mobilfunk-Fachmesse „3GSM“ in Cannes
Mobilfunkbranche setzt auf Kooperationen und neue Geschäftsfelder

Die Mobilfunkbranche will mit neuen Angeboten das stagnierende Geschäft beleben. Neue Dienste wie das Versenden von Bildern (MMS) oder das Abspielen von Videoclips sollen zusätzliche Einnahmen bringen, waren sich Experten auf der Mobilfunk-Fachmesse "3GSM" in Cannes einig.

HB/dpa CANNES. Sinn macht der Ausbau des Multimedia- Angebotes erst durch eine schnellere Funkübertragung sowie die kabellose Datenverbindung WLAN. Die Handys der dritten Generation (UMTS) spielen angesichts dieser Technikrevolution auf dem bis Freitag dauernden Branchentreffen an der Côte d'Azur die zweite Geige. Die UMTS-Geräte sollen in Deutschland im Sommer in die Läden kommen.

Mit MMS (Multi Media Messaging) hofft die Branche unter anderem, die Erfolgsgeschichte der Kurznachrichten (SMS) fortzuschreiben. "Betreiber müssen jetzt die richtige Tarif-Struktur und interessante Inhalte entwickeln", sagte Kerem Irten von Telenity, einem Hersteller von Mobilfunk-Infrastruktur. Nur so könnten Anbieter viele Kunden für MMS gewinnen und Investitionen schnell refinanzieren.

MMS-Handys noch zu teuer für Massenmarkt

Noch seien MMS-fähige Geräte im Vergleich zu den herkömmlichen Handys zu teuer für den Massenmarkt, glauben verschiedene Marktforschungs-Institute. Die Analysten von Forrester sehen in MMS jedoch tatsächlich eine zusätzliche Einnahmequelle neben bereits vorhandenen Dienstleistungen. Eine Kannibalisierung von SMS durch MMS werde es ihrer Meinung nach nicht geben.

Erste Anwendungen vor allem für junge Leute sind auf der Messe zu sehen: So lässt sich das Bild der britischen Königin mit der eigenen Stimme verschicken. Der Restaurant-Tipp kommt gleich mit Wegbeschreibung aufs Handy. Und kleine Comics lassen sich von Gerät zu Gerät verschicken.

Gemeinsamkeit gefragt

Mehrere Teilnehmer mahnten auf dem Branchentreffen immer wieder an, die Industrie könne die Komplexität des Geschäfts nur gemeinsam bewältigen. Die Anbieter hätten die Bedeutung so genannter offener Standards noch nicht genug erfasst, sagte John Kirby von IBM. Nur durch aufeinander abgestimmte Produkte, Technologien und Dienstleistungen sei der stagnierende Markt wieder in Schwung zu bringen. Das gelte sowohl für MMS wie auch für UMTS, sind sich Experten einig.

Die Branche setzt ihre Hoffnungen nicht allein auf das Handy. Kirby spricht von "der allumfassenden Computerisierung". Ansätze waren bereits an der Riviera zu sehen: Ein Anbieter demonstrierte wie ein Krankenhaus verirrte Demenz-Kranke per Mobilfunk aufspüren kann. Und das Bearbeiten von E-Mails auf mobilen Geräten gehörte für manchen Geschäftsmann bereits zum Alltag. War der Akku des Gerätes leer, ließ er sich an verschiedenen Stationen auf dem Messegelände aufladen.

Auch Nokia setzt als einer der Trendsetter der Industrie nicht mehr allein auf das herkömmliche Geschäft. Das finnische Unternehmen will seine Geräte allgegenwärtig im Alltag machen. "Nokia stand bisher vor allem für Mobilfunk", sagte Erik Anderson von Nokia. Von jetzt an stehe Nokia auch für Spiele, Musik und Bilder.

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