Mobilfunk-Unternehmen verklagt seinen Großaktionär Millenium
Streit von Mobilcom und Gerhard Schmid eskaliert

Die Schlammschlacht bei der Mobilcom AG geht in die nächste Runde: Der Mobilfunkanbieter verklagt seinen Großaktionär Millenium GmbH, die Firma der Ehefrau von Mobilcom-Gründer und Ex-Vorstandschef Gerhard Schmid, auf Rückzahlung von fast 71 Mill. Euro. Millenium hat wiederum eine außerordentliche Hauptversammlung beantragt, um so unter anderem die Abwahl einiger Aufsichträte durchzusetzen.

slo DÜSSELDORF. Wie Mobilcom am Mittwoch mitteilte, wird eine solches außerordentliches Aktionärstreffen so bald wie möglich einberufen, wahrscheinlich für Ende Oktober oder Anfang November - aus formalen Gründen, wie es heißt. Millenium hat einen Anteil von 10 % an Mobilcom. Den Antrag hält der Mobilfunkanbieter aber "inhaltlich für unberechtigt und die Gründe für unzutreffend".

Millenium fordert eine Vertrauensabstimmung über den Aufsichtsrat. Die Kapitalseite soll abgewählt werden. Dazu gehören unter anderem zwei Vertreter des Mobilcom-Großaktionärs France Télécom. Ihre Abberufung sei "angezeigt, da diese ihr Handeln nicht am Gesellschaftsinteresse, sondern einseitig im Interesse von France Télécom orientiert haben", heißt es in dem Antrag von Millenium

.

Die Klage gegen Millenium begründet Mobilcom mit Gesetzesverstößen von Gerhard Schmid beim Aktienoptionsprogramm des Unternehmens. Die Firma von Sybille Schmid hatte Mobilcom dafür Aktien zur Verfügung gestellt und eine Prämie von knapp 71 Mill. Euro kassiert. Der Mobilcom-Aufsichtsrat forderte das Geld zurück, da das Geschäft nicht sauber gelaufen sei. Millenium hat die Summe bisher nicht zurückgezahlt

.

Schmid und seine Frau halten direkt und indirekt über Millenium knapp die Hälfte der Mobilcom-Anteile. Schmid und Mobilcom-Aktionär France Télécom streiten seit Monaten über die Höhe der Abfindung für seine-Aktien und über die Frage: Muss France Télécom den übrigen Kleinaktionären ein Abfindungsangebot machen? Nein, sagt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen dazu. Schmid gibt sich damit nicht zufrieden und erwägt eine Prüfung dieser Frage vor Gericht. Im Streit zwischen Schmid und France Télécom steht die Zukunft von Mobilcom auf dem Spiel. Entscheiden sich die Franzosen gegen über Übernahme von Mobilcom, droht dem Unternehmen die Pleite.

Am Donnerstag gibt Mobilcom seine Halbjahreszahlen bekannt. Analysten erwarten hohe operative Verluste und Umsatzrückgänge.

Quelle: Handelsblatt

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