Mobilfunk
Viag Interkom muss sich zur Decke strecken

Die vor der Umfirmierung in O2 stehende Viag Interkom rechnet mit der Entwicklung des UMTS-Mobilfunkgeschäfts zu einem Massenmarkt erst in den Jahren 2004 bis 2005.

WiWo/rtr HANNOVER Auf der CeBIT teilte Viag Interkom mit, der Name O2 werde ab dem 1. Mai genutzt und beworben. Die Umfirmierung steht im Zusammenhang mit der Abspaltung der Muttergesellschaft mmO2 vom Konzern British Telecom im November vergangenen Jahres. Die Kosten für die Umbenennung der deutschen mmO2-Tochter Viag Interkom belaufen sich nach Angaben des Vorsitzenden der Viag-Geschäftsführung, Rudolf Gröger, auf einen zweistelligen Millionen Euro-Betrag und sind allein von Viag Interkom aus dem vorhandenen Media-Budget zu zahlen. "Es gibt kein Geld von mmO2 für das Rebranding", sagte Gröger in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Peter Erskine, Vorstandsvorsitzender von mmO2, sagte, die Geschäftsführung von Viag Interkom habe sich verpflichtet, die operative Gewinnschwelle (Ebitda) im Geschäftsjahr 2003/04 (31. März) zu erreichen. Zudem solle der Marktanteil der deutschen Tochter innerhalb der nächsten fünf Jahre jährlich um ein Prozent auf zwölf Prozent von derzeit sieben Prozent steigen. Die Geschäftsfortschritte der deutschen Tochter würden fortwährend überprüft, sagte der Vorstandschef. Gröger äußerte sich im Reuters-Interview überzeugt davon, dass Viag Interkom die gesetzen Ziele erreichen werde. "Wir stehen nicht besonders auf dem Prüfstand von mmO2. Ich fühle mich wohl", sagte Gröger mit Blick auf den geforderte Zuwachs um mehr als 600.000 Mobilfunkkunden im laufenden Jahr bei einem zunehmend gesättigten Markt. Die in den zurückliegenden Monaten erzielten Kundenzuwächse lieferten die Indikation dafür, dass die Ziele erreichbar seien. Über die konkreten Konsequenzen eines Verfehlens der Gewinn- oder Wachstumsziele gebe es keine Absprachen, sagte Gröger. Er zitierte jedoch eine Aussage von mmO2-Chef Erskine vor Anaylsten, wonach nach einer Analyse der Geschäftssituation "notfalls auch harte Entscheidungen gefällt werden müssten". Der Viag-Interkom-Chef will eigenen Angaben zufolge verstärkt auf die Profitabilität achten und "nicht mehr jeden Kunden um jeden Preis gewinnen". Jeder Neukunde wird seinen Angaben zufolge derzeit mit 50 bis 180 Euro subventioniert. Den Start des UMTS-Mobilfunks kündigte Erskine in Deutschland für Mitte 2003 an. Voraussetzung für den Start der neuen Mobilfunktechnik sei die Verfügbarkeit von Mobilfunkgeräten, die sowohl den neuen UMTS-Standard als auch die derzeitige Mobilfunktechnik GSM beherrschten. Einen Massenmarkt für UMTS sieht Gröger jedoch nicht vor den Jahren 2004/2005. "Bevor in Deutschland nicht alle Betreiber zusammen 500.000 bis eine Million UMTS-Kunden haben, würde ich nicht von einem Massemmarkt sprechen", sagte Gröger. Notwendig dafür sei eine große Zahl an verschiedenen Mobiltelefonen und Dienstleistungen aus allen Lebensbereichen. "Die derzeitige GSM-Mobilfunkkundenzahl von 50 bis 60 Millionen sehe ich in den nächsten vier bis fünf Jahren bei UMTS keinesfalls."

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