Mobilfunkanbieter lokalisieren den Nutzer
GPRS bringt Orts-Informationen aufs Handy

Mit dem neuen Mobilfunkstandard GPRS können Kunden künftig auf Handys Informationen empfangen, die speziell auf ihren jeweiligen Standort abgestimmt sind.

Reuters HANNOVER. Restaurant-, Hotel- und Taxi-Services, Routenplaner und Veranstaltungskalender gehören zu solchen "Location Based Services", die die Mobilfunkanbieter T-Mobil, E-Plus und Viag Interkom am Mittwoch im Vorfeld der CeBIT 2001 in Hannover vorgestellt haben. So könnten sich Handy-Nutzer beispielsweise nahe gelegene Pizzerien nennen und dann den Weg dorthin anzeigen lassen, teilte Viag Interkom mit. Der Service basiert auf dem mobilen Internet-Zugang via WAP, für den E-Plus und T-Mobil zudem günstigere Tarife ankündigten.

Bei der neuen Technologie lokalisieren Mobilfunkanbieter über die Handy-Funkzellen den Standort des Nutzers und können so die Informationen individuell zuschneiden. Dabei bleibe aber die Anonymität des Nutzers gewahrt: Rückschlüsse auf die Identität des georteten Handy-Besitzers seien ausgeschlossen, hieß es bei den Mobilfunkanbietern. Die Ortsdienste funktionieren über das Wireless Application Protocol (WAP), das einen eingeschränkten Internet-Zugang über Mobiltelefone ermöglicht.

Renaissance der WAP-Telefone

Durch die ortsspezifischen Angebote und die schnellere Übertragung durch den neuen Funkstandard General Packet Radio Service (GPRS) hoffen die Mobilfunkanbieter auf eine Renaissance der WAP-Telefone, die bereits auf der CeBIT im vergangenen Jahr vorgestellt worden waren. Ihre Popularität blieb aber wegen mangelnder Anwendungen und geringer Übertragungsraten bisher weit hinter den Erwartungen der Anbieter zurück.

Bei Viag Interkom müssen Kunden den Angaben zufolge zunächst nur die üblichen WAP-Gebühren von neun Pfennig je Seite oder 39 Pfennig je Minute zahlen. Auch bei E-Plus sollen in der zur CeBIT startenden Testphase keine zusätzlichen Kosten für den neuen Service entstehen.

E-Plus und und die Deutsche Telekom kündigten gleichzeitig niedrigere Tarife für die Nutzung von WAP-Seiten an. Mit Einführung von GPRS senke E-Plus die Kosten für WAP um mehr als die Hälfte auf rund 14 Pfennig je Minute. Mit dem T-D1-GPRS-Tarif von knapp 20 Mark könnten Nutzer einen Monat lang täglich bis zu sechsmal WAP-Informationen abrufen. Bei Viag Interkom kostet der Wap-Service zwischen zehn und 39 Pfennig je Minute.

Nur ein Übergangsstandard

GPRS gilt als Übergangsstandard bis zu der für das kommende Jahr geplanten Einführung des UMTS-Systems (Universal Mobile Telecommunication Services), das Internet-Surfen über Handys noch schneller machen soll. Verschiedene Telekom-Ausrüster kündigten anlässlich der Cebit die Markteinführung ihrer neuen GPRS-Mobilfunktelefone in diesem Jahr an.

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