Mobilfunkanbieter setzen auf GPRS
Internet und Mobilfunk wachsen auf der Cebit zusammen

Internetfähige Handys und mobile Dienste stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Cebit in Hannover. Die Mobilfunkanbieter haben sich das Zauberwort GPRS auf die Fahnen geschrieben.

dpa/ddp HANNOVER. Bis zum Marktstart von UMTS in knapp zwei Jahren soll das "General Packet Radio System" (GPRS) schon einmal für höhere Geschwindigkeiten in den Mobilfunknetzen sorgen. Zur Cebit startete E-Plus als letzter der vier deutschen Anbieter mit der schnellen Datenübertragungstechnik. GPRS ist eine Aufrüstung des bisherigen Mobilfunkstandards GSM. Mit der neuen Technik können zum Jahreswechsel die Daten in mehrfacher ISDN-Geschwindigkeit übertragen, Bilder und Videos über das Handy geschickt werden. Datenpakete werden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 115 Kilobit pro Sekunde übertragen.



Nokia präsentiert High-Tech-Handys

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia stellte auf der Cebit zwei GPRS-fähige Mobiltelefone vor. Die beiden Modelle Nokia 6310 und Nokia 8310 erlauben das schnellere mobile Surfen im Internet, teilte Nokias Vizepräsident Anssi Vanjoki mit. Außerdem präsentierte Nokia mit dem MW 1352 eine neue professionelle Hardwarelösung, die den High-Speed-Zugang DSL und den drahtlosen Netzzugriff (Wireless LAN) kombiniert.

Beide GPRS-Modelle sind Nachfolger bereits existierender Handys. Das Nokia 6310 basiert im wesentlichen auf der Technik des 6210, das 8310 auf der Basis des 8210.

Die Hardware-Box MW 1352 ermögliche eine sichere, stets verfügbare DSL-Verbindung für die private Kommunikation über IP-Netzwerke. "Das MW 1352 von Nokia ist ein außergewöhnliches neues DSL-Connectivity-Gateway für diejenigen, die eine unkomplizierte und vollkommen mobile Lösung für den einfachen Zugriff auf ihre Daten benötigen", sagte Mark Slater, Vizepräsident von Nokia Broadband Systems.

Außerdem wird auf der Cebit erstmalig ein Media Terminal vorgestellt. Dieser sei ein leistungsfähiges Infotainment-Center auf Linux-Basis, das digitalen Rundfunk mit Internet und Festplattentechnologie verbinde. Es biete Zugang zu allen frei empfangbaren digitalen TV- und Radioprogrammen sowie zahlreichen multimedialen Inhalten des Internets.

Als weitere Produkte demonstrierte Nokia digitale Satellitenreceiver des Typs Nokia Mediamaster 9902 S und Mediamaster 9650 S sowie Netzwerksicherheitsplattformen.



E-Plus bietet "Service Welt"

Bei der so genannten "Service Welt" von E-Plus sei es egal, ob der Kunde über das Internet oder das Mobilfunknetz auf Daten wie etwa seinen Terminkalender und seine E-Mails zugreifen will, sagte der Vorsitzende der E-Plus-Geschäftsführung, Uwe Bergheim. Er kündigte zudem an, die Subventionen von Mobiltelefonen für Kunden mit Prepaid-Karten zurückzufahren. Darüber hinaus wolle E-Plus bis zur kommenden Cebit sein Angebot um einen an das japanische "i-mode"-System angelehnten Dienst, also eine offene Mobilfunkplattform für Kommunikation und Unterhaltung, erweitern. In diesem Zusammenhang erwartet Bergheim, dass der Anteil der Sprachdienste am Umsatz in den kommenden fünf bis sechs Jahren auf rund 50 Prozent zurückgehen werde und neue Daten-Dienste an diese Stelle treten werden.

Multimediale Nachrichten bei Ericsson

Ericsson präsentierte im wesentlichen Produkte aus den Bereichen GPRS, Bluetooth und MMS, dem Service für multimediale Nachrichten.Das T68 sei ein Triband-Handy, dass in den GSM-Netzen mit 900, 1800 und 1900 Megahertz laufen könnte. Das System übertrage auch multimediale Nachrichten. Das T39m arbeite mit GPRS, HSCSD und Bluetooth. Das Gerät werde von Ericsson ab dem zweiten Quartal diesen Jahres angeboten. Weitere Mobilfunkprodukte seien das «Lifestylehandy» T20e und das T29s mit WAP-Browser und WAP-Verschlüsselung.

Mit der angeblich ersten Ansteck-Kamera für GSM-Mobiltelefone "Communi-Cam" könnten Farbfotos geschossen und per E-Mail oder über ein Internet-Fotoalbum in nur einer Minute zum gewünschten Zielort übertragen werden. Ein weiteres Produkt sei ein schnurloses Internet-Radio mit Bluetooth-Funkübertragung, mit dem man im Umkreis von einhundert Metern um einen Internetzugang Nachrichten und Musik in Stereoqualität hören könne. Außerdem könnten Kunden künftig mit einem neuen Roaming-System auch mit aufladbarer Handykarte (Prepaid-Karte) im Ausland telefonieren. Bisher war dies aufgrund von Abrechnungsproblemen eher die Ausnahme.

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