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Mobilfunker Orange setzt sich hohe Ziele

Umsatz und Gewinn sollen stark steigen. Analysten bezweifeln allerdings, dass Orange seine Ziele auch erreichen wird.

jojo MÜNCHEN. Der französische Mobilfunkbetreiber Orange SA greift an: Die Tochter von France Télécom will Gewinn und Umsatz bis 2005 kräftig steigern. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) solle jährlich um 15 bis 17 % klettern, teilte der drittgrößte Mobilfunker Europas gestern in London mit. Der Umsatz soll wie geplant in diesem Jahr um 5 % klettern. Für die beiden folgenden Jahre ist ein noch stärkeres Wachstum geplant.

Die Analysten von Bear Stearns bezweifeln allerdings, dass Orange die Ziele erreichen wird. Die Experten weisen darauf hin, dass Orange sein Umsatzwachstum für 2003 im Laufe dieses Jahres mehrfach nach unten korrigiert habe. Höhere Gewinne seien aber stark abhängig von steigenden Einnahmen.

Doch nicht nur Orange zeigte sich gestern zuversichtlich. Auch der deutsche Mobilfunkanbieter O2 gab gestern eine optimistische Prognose ab. Die Zahl der Kunden solle im laufenden Geschäftsjahr (bis 31.3.) weiter stark steigen, sagte O2-Finanzchef Axel Salzmann im Gespräch mit dem Handelsblatt. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Tochter der britischen MMO2 ein Plus von 24 % verbuchen.

Am Dienstag gab O2 bekannt, dass das Münchener Unternehmen erstmals fünf Millionen Nutzer hat. Ende März lag die Zahl noch bei 4,8 Millionen. O2 wächst damit nach eigenen Angaben wesentlich schneller als der Markt, der nur leicht zulegt. Zudem sei erfreulich, dass der Umsatz je Kunde weiter klettert. Gegenüber den Wettbewerbern bleibt O2 aber nach wie vor weit abgeschlagen.

Gerüchte, die Firma verhandele über einen Zusammenschluss mit Konkurrenten, wies Salzmann erneut zurück. "Wir konzentrieren unsere Anstrengungen auf unser eigenes Wachstum." Es gebe keine Gespräche mit anderen Anbietern, etwa dem nächst größeren Konkurrenten E-Plus. Marktführer hier zu Lande ist die Telekom-Tochter T-Mobile vor Vodafone.

Orange kündigte gestern zudem an, sich mit T-Mobile, Telefonica Moviles und Telecom Italia Mobile zu verbünden. Die Unternehmen wollen ihren Kunden durch den Zusammenschluss Dienste in Gegenden anbieten, in denen sie selbst nicht präsent sind. Dies will die Allianz mit einer einfacheren Tarifstruktur für das mobile Telefonieren im Ausland und den mobilen Zugang zum Internet erreichen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte auch die gemeinsame Entwicklung von Endgeräten Teil der Kooperation sein. Gemessen an der Kundenbasis entsteht so das größte Mobilfunkbündnis der Welt.

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