Mobilfunkfirma „fast schuldenfrei“
Mobilcom-Rettung kommt voran

Die Rettung der angeschlagenen Mobilfunkfirma Mobilcom AG ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Der französische Großaktionär France Télécom hat sich nach eigenen Angaben mit den Gläubiger- Banken und den Lieferanten Nokia und Ericsson über eine Übernahme der Schulden von Mobilcom geeinigt. Mobilcom ist damit nach Angaben eines Sprechers vom Sonntag "fast schuldenfrei".

HB/dpa BÜDELSDORF/PARIS. Die Verbindlichkeiten des gefährdeten Büdelsdorfer Unternehmens werden den Angaben zufolge in Anleihen umgetauscht, die jederzeit in Aktien von France Télécom umgewandelt werden könnten. "Dies ist eine finale Entscheidung", sagte eine Sprecherin des Konzerns in Paris auf Anfrage der Wirtschaftsagentur dpa-AFX. Nun müssen nur noch die Eigner der beiden Gesellschaften zustimmen. Mobilcom will im Januar seine Aktionärsversammlung abhalten, France Télécom am 28. Februar. Neben den Bank- und Lieferanten-Krediten verzichtet der französische Großaktionär auf die Rückzahlung eines Darlehens von gut einer Milliarde Euro.

France Télécom hatte am 22. November nach zähen Verhandlungen einem Sanierungsplan für Mobilcom zugestimmt. Das Büdelsdorfer Unternehmen hatte für sein Engagement für den neuen Mobilfunk- Standard UMTS im dritten Quartal 9,9 Milliarden Euro abgeschrieben und Ansprüche gegen France Télécom von 7,1 Milliarden Euro dagegen gerechnet.

Am Samstag hatte Mobilcom mitgeteilt, die Kredite seien zum siebten Mal gestundet worden. Mobilcom und das Bankenkonsortium unter Führung der ABN Amro Bank, der Deutschen Bank AG London, der Société Générale und Merrill Lynch habe eine weitere Stundung der für den 30. November 2002 fälligen Refinanzierung der UMTS-Kredite in Höhe von 4,7 Milliarden Euro bis zum 15. März 2003 vereinbart. Bis dahin müssen auch keine Zinsen bezahlt werden.

Die Übereinkunft stehe unter dem Vorbehalt, dass der zwischen France Télécom und dem Bankenkonsortium vereinbarte Rettungsplan bestandskräftig bleibt. Mobilcom-Chef Thorsten Grenz hatte am vergangenen Donnerstag gesagt, die neue Firma könne bereits im ersten Halbjahr 2003 wieder schwarze Zahlen schreiben. Mit einem weiteren Personalabbau über die bislang vereinbarten rund 2000 Arbeitsplätze hinaus rechnet der Vorstandschef nicht. Falls die Festnetz-Sparte mit 400 bis 500 Arbeitsplätzen verkauft werden sollte, hätte Mobilcom noch rund 2500 Mitarbeiter.

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