Mobilfunkkonzern bezieht beim Umsatz auch Einnahmen der Inhalte-Anbieter mit ein
Vodafone-Kleinaktionäre kämpfen vergeblich gegen satte Managergehälter

Die große Revolte blieb dann doch aus: Auf der Hauptversammlung des Mobilfunkkonzerns Vodafone Plc in London ließen zwar etliche Kleinaktionäre ihrer Unzufriedenheit freien Lauf. Am Ende wurde die vor allem umstrittene Top-Bezahlung von Vodafone-Chef Chris Gent aber mit der deutlichen Mehrheit der institutionellen Anleger bestätigt.

and LONDON. Gent zählt zu den Spitzenverdienern in Großbritannien. Zum Grundgehalt von 1,2 Mill. £ (fast 2 Mill Euro) erhält der Manager Aktienoptionen im Wert von 9 Mill. £ sowie Bonusaktien im Wert bis zu 3,9 Mill £. Auch andere Direktoren - darunter Thomas Geitner - können satte Zahlungen einstreichen.

Während die Deutsche Telekom und andere Konzerne in Europa die Aktienoptionspläne für ihre Manager zurückgefahren haben, verteidigte Vodafone sein Bonussystem. Dies hatte viele Anleger in diesem Jahr besonders verärgert, weil der größte Mobilfunker der Welt im abgelaufenen Jahr den bisher größten Verlust ausweisen musste. Der Aktienkurs fiel in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als die Hälfte auf unter 100 Pence und aktuell auf unter 95 Pence.

Viele Anleger forderten vom Management eine Erhöhung der Dividende. Vodafone-Chairman Ian MacLaurin dagegen verteidigte die Verträge als "gängige Praxis" in der Industrie.

Überschattet wurde die Hauptversammlung zudem von der Nachricht, dass Vodafone beim Ausweis des Umsatzes eine verzerrende Technik anwendet. So verbucht der Konzern alle Einnahmen aus dem Internetgeschäft per Handy als Einnahmen, auch wenn diese zum Teil an andere Firmen - etwa an Anbieter von Inhalten - weitergereicht werden. Dadurch werden die Umsätze im Vergleich zur Konkurrenz aufgebläht, da MMO2 oder Orange diese Einnahmen von vornherein ausklammern.

Ein Vodafone-Sprecher bestätigte das Verfahren. Es verstoße auch nicht gegen die britischen Bilanzregeln. Die Sache werde völlig überbewertet, da der mobile Internet-Umsatz weniger als ein Prozent ausmache. Analysten sehen das kritischer, da gerade diese Einnahmen in Zukunft ansteigen werden. Denn Mobilfunker wollen künftig mehr Geld mit mobilen Internet-Inhalten umsetzen.

Quelle: Handelsblatt

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