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Mobilfunksektor unter Druck

Die Erholung der US-Wirtschaft lässt auf sich warten. Die Gewinnwarnungssaison ist in vollem Gange. Bisher haben 117 Unternehmen der S&P 500-Werte Ertragswarnungen für das zweite Quartal ausgesprochen. Bekanntester Vertreter heute: Mobiltelefonriese Nokia.

Statt des

ursprünglich prognostizierten Umsatzwachstums von 20 Prozent erwartet das Unternehmen nun lediglich einen Zuwachs von zehn Prozent. Auch der Gewinn wird die Schätzungen nicht erfüllen. Die Aktie verliert nach der Gewinnwarnung bis zur Mittagsstunde über 20 Prozent an Wert. Der Marktführer zieht die Aktien der Konkurrenten Ericsson und Motorola im Sog mit ins Minus. Da hilft es Rivale Ericsson wenig, die Geschäftsprognosen zu das zweite Quartal zu bestätigen.

Auch Nokias Zulieferunternehmen geraten unter Druck. Unter ihnen die Aktien von RF Micro Devices und Texas Instruments. Beide Unternehmen zählen im Segment der Mobilfunk-Chips zu den Marktführern. Allein RF Mirco erwirtschaftet durch die Belieferung an Nokia die Hälfte des Umsatzes. Auch Chiphersteller Intel büßt an Punkten ein.

Gegen den allgemeinen Trend behaupten kann sich Computerhersteller Dell. Der größte Direktvertreiber von Heimcomputern profitiert von positiven Analystenkommentaren. Brokerhaus Morgan Stanley Dean Witter stuft die Aktie von "neutral" auf "outperform" auf. Die Zuversicht gibt der Blick in die Zukunft. Im kommenden Jahr soll das Unternehmen noch profitabler arbeiten. Dank der Geschäftsstrategie könnte Dell die Gewinnmargen im kommenden Jahr erhöhen. Dell löste Compaq erstmals in diesem Jahr durch aggressive Preispolitik als Marktführer ab.

Während Dell von optimistischen Prognosen profitiert, machen trübe Aussichten dem Softwaresektor zu schaffen. Wegen des schwachen Marktumfeldes dürfte sich die Branche auch im zweite Quartal nicht nachhaltig erholen, so die Analysten von Goldman Sachs. Die Branche belaste vor allem die unerwartet stark nachlassende Nachfrage in Europa. Die Analysten befürchten, dass die Prognosen der Software-Industrie für das zweite Halbjahr und möglicherweise auch 2002 erneut reduziert werden müssen. Neben Microsoft notieren auch Oracle und

PeopleSoft schwächer.

Die Aktien der Getränke-, Tabak- und Ölbranche können Punkte gut machen. Mineralölkonzerne wie BP und Exxon Mobil profitieren von Analystenlob aus dem Hause Morgan Stanley Dean Witter. Stärker als erwartet steigende Rohölpreise und die zunehmende Nachfrage nach veredelten Produkten und Rohstoffen werde in Zukunft die Gewinne des Industriezweigs steigern. Das Papier von Texaco notiert ebenfalls stärker.

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