Mobilfunksparte der Deutschen Telekom arbeitet deutlich profitabler
T-Mobile-Tochter Voicestream im Aufwind

Die Mobilfunksparte der Deutschen Telekom, T-Mobile, fühlt sich aus eigener Kraft stark genug für einen Börsengang. Sie will die gute operative Gewinnmarge im deutschen Mobilfunkgeschäft halten und vor allem in den USA weiter wachsen. Das klingt wie eine Erfolgsstory, wäre da nicht das Börsenklima.

slo BONN. Die Mobilfunksparte der Deutschen Telekom AG, T-Mobile, sieht sich für den in diesem Jahr geplanten Börsengang gut gerüstet. "Aus Unternehmenssicht sind alle Ampeln auf grün", sagte Kai-Uwe Ricke, Chef der T International, -Mobile gestern in Bonn. "Wir haben unsere Ziele erreicht und die Profitabilität der Beteiligungen gesteigert." Nur das Börsenklima lasse noch zu wünschen übrig.

T-Mobile soll im Juni oder November dieses Jahres den Sprung aufs Parkett wagen. Bei einer weiter schlechten Stimmung an den Märkten ist allerdings die dritte Verschiebung des Börsengangs laut Telekom-Chef Ron Sommer nicht ausgeschlossen. Der Konzern will 10 bis 20 % der T-Mobile-Aktien verkaufen und damit 10 Mrd. Euro einspielen. Mit dem Erlös will die Telekom die Schulden von heute 62,1 Mrd. Euro senken.

T-Mobile mit zur Zeit weltweit gut 50 Millionen Kunden soll künftig ein Gewinnbringer der Telekom sein. Noch schreibt die Sparte aber unterm Strich tiefrote Zahlen. Damit reißt die Tochter auch das Konzernergebnis der Telekom ins Minus, denn der Ausbau des Mobilfunkgeschäfts erfordert hohe Investitionen. Im laufenden Geschäft arbeitet T-Mobile aber klar profitabler. Analysten sprechen von einer Trendwende.

Das Unternehmen hat nach Angaben von T-Mobile-Finanzvorstand Thomas Winkler im vergangenen Jahr die Kosten für das Anwerben von Kunden deutlich gesenkt und durch Synergien im Unternehmensverbund etwa 700 Mill. Euro einsparen können. Zudem hat T-Mobile den Anteil der profitablen Vertragskunden gesteigert. In Deutschland haben demnach 46 % der 23,1 Millionen T-Mobile-Kunden einen festen Vertrag. Der Rest nutzt im voraus bezahlte Guthabenkarten. Der Vertragskundenanteil ist damit eigenen Angaben zufolge höher als bei der Konkurrenz.

Das Flaggschiff, die T Deutschland, -Mobile schreibt trotz hoher Belastungen durch die UMTS-Lizenz schwarze Zahlen. Das gilt auch für die Österreich-Tochter Max.Mobil. Verluste fallen dagegen bei Voicestream in den USA und One2One in Großbritannien an. Insgesamt hat die Mobilfunkholding ihr Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 3,1 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Die höchste Ebitda-Marge mit 40 % Ende 2001 erreichte T-Mobile in Deutschland. "Wir hoffen auf eine Stabilisierung dieser Marge", sagte Ricke.

Voicestream soll in diesem Jahr auf Ebitda-Basis schwarze Zahlen schreiben. Das Unternehmen ist mit 7 Millionen Kunden die Nummer sechs auf dem US-Markt. In diesem Jahr soll sich die Kundenzahl um 2 Millionen erhöhen.

Bei der Telekom werden auch in diesem Jahr noch einmal Abschreibungen auf Markennamen ihrer mehrheitlichen Mobilfunkbeteiligungen anfallen. Das Unternehmen will T-Mobile als Dachmarke etablieren. T-Mobile Finanzvorstand Winkler bezifferte diese Abschreibungen auf unter 100 Mill. Euro pro Quartal. Im vergangenen Jahr hatte die Telekom durch die Einführung der neuen Dachmarke außerplanmäßige Abschreibungen von 1 Mrd. Euro vorgenommen, die dazu führten, dass der Konzern-Jahresverlust mit 3,5 Mrd. Euro höher ausfiel, als von den Analysten erwartet.

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