Mobilisierung nicht bestätigt
Zwischenfall stoppt U-2-Aufklärungsflüge nicht

Die Uno-Waffenkommission UNMOVIC wird ihre Aufklärungsflüge über dem Irak auch nach einem Zwischenfall mit zwei amerikanischen Maschinen vom Typ U-2 fortsetzen. Das stellte UNMOVIC-Sprecher Ewen Buchanan am Dienstagabend in New York fest.

HB/dpa NEW YORK/WASHINGTON/BAGDAD. Nach seinen Informationen hatte die irakische Luftabwehr reagiert, weil am selben Tag zwei U-2-Flugzeuge gleichzeitig über dem Irak patrouillierten. Der Leiter der irakischen Behörde für die Zusammenarbeit mit den Inspekteuren, General Hossam Mohammed Amin, bezeichnete den Zwischenfall als "Kommunikationsfehler seitens der UNMOVIC".

Laut Buchanan äußerten sich die Iraker über die gleichzeitige Patrouille der beiden U-2 "telefonisch sehr überrascht". UNMOVIC hält dagegen, dass es für die Flüge zuvor eine zeitliche Befristung in Bagdad angemeldet hatte.

Berichte des US-Nachrichtensenders CNN, wonach die irakische Luftabwehr Kampfjets gegen die U-2 mobilisiert habe, bestätigte Buchanan nicht. Dennoch habe UNMOVIC die beiden Flugzeuge nach dem Anruf aus Sicherheitsüberlegungen zurückgerufen. Amin betonte, die Flugzeuge seien von der irakischen Luftabwehr nicht bedroht worden. Bagdad hatte den Überwachungsflügen erst im Februar nach langer Weigerung zugestimmt.

Amin widersprach auch dem UNMOVIC-Sprecher in Bagdad, Hiro Ueki, der am Montag erklärt hatte, ein von den Waffenkontrolleuren im Februar gefundenes ferngesteuertes Kleinflugzeug sei vom Irak nicht deklariert gewesen. Das System habe sich in der jährlichen Rüstungserklärung befunden, die Bagdad Mitte Januar dieses Jahres abgegeben habe.

Das Kleinflugzeug sei auch keine Drohne, sagte Amin, weil es von einer Erdstation gesteuert werde und nicht - wie unbemannte Flugobjekte - eine vorprogrammierte Flugbahn beschreibe. Das fragliche Fluggerät, das sich noch im Entwicklungsstadium befinde, habe eine Reichweite von 120 Kilometern, könne sich allerdings nur im Umkreis von acht Kilometern von seiner Erdstation bewegen. Amin bestätigte eine Spannweite von 7,4 Metern und eine maximales Frachtgewicht von 20 Kilogramm. "Das ferngesteuerte Fluggerät kann eine Videokamera transportieren und dient allein Aufklärungszwecken", sagte er. Die Möglichkeit, damit biologische oder chemische Kampfstoffe zu verbreiten, schloss er kategorisch aus.

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