Mobiltelefone und verräterische Botschaften von Ehebrechern
Handy Controletti

Sein Mobiltelefon sollte man gut hüten. Besser womöglich als ein Notiz- oder Tagebuch, denn genaugenommen ist es noch viel brisanter: man schreibt ja nicht alleine hinein. Im Tagebuch kann man seine Worte selbst wählen, was andere einem als SMS, als Kurznachricht, senden, dagegen nicht. Man ist ihr ausgeliefert.

Und solche SMS können verdammt verräterisch sein. Verräterisch war auch die SMS auf dem Handy der Fußballer-Gattin Claudia Strunz. Sie brachte den Ehemann Thomas auf die Affäre seiner Frau mit Stefan Effenberg. Ob mit oder ohne Vorahnung - er hatte ihr Handy gecheckt und war so hinter das Geheimnis seiner Frau gekommen. Die neue ISDN-Welt für jedermann machts möglich.

Dabei muss es nicht mal die SMS sein, die außereheliche Affären an den Tag bringen. Selbst Anrufe, die den Angewählten nicht mal erreichen, lassen sich noch prima im Mobiltelefon aufrufen. Taucht dann der Name des Anrufers - weil er im elektronischen Telefonregister gespeichert war - gleich mit auf, wird´s irgendwann womöglich verdächtig. Es kann schon aufschlussreich sein, nur nachzusehen, wen der Partner so alles und vor allem mit wie vielen verschiendenen Nummer gelistet hat.

Selbst der Informationswert der Taste "Zuletzt gewählte Nummer" ist nicht zu unterschätzen. War es doch eine TV-Moderatorin, die von ihrem Gatten durch diese Taste davon unterrichtet wurde, dass er jetzt auf dem Wege zu seiner Geliebten war und sie schon mal Pizza bestellen könne.

Unangenehm sind jedenfalls für den Angerufenen jene SMS, die als private Nachricht getarnt daherkommen und eigentlich den ange-sms-ten nur dazuverleiten sollen, eine teure 0190-Nummer anzurufen. Die lauten dann so: "Liebe Petra, lange nichts von dir gehört, ruf doch mal an 0190..., Dein Claus". Bis die so Angeschriebene den Trick mit der Nummer erkennt, kann der Ehemann schon ziemlich misstrauisch geworden sein.

Und selbst wenn es keine Affären sind, so lassen sich mit Handys alle möglichen Kontrollen ausüben. Zum Beispiel wenn sich der Absender einer SMS gleich automatisch benachrichtigen lässt, wann seine Nachricht genau gelesen worden ist - und ab wann der Empfänger hätte antworten können. Die Sanduhr läuft. Ist er unhöflich oder will er aussitzen, der Absender bekommt es mit. Oder: Wenn ein Anrufer - bei vergeblichen Anrufen - auf den automatischen Rückruf schaltet und durchs Klingeln sofort bescheid weiß, wann der andere eingehängt hat.

Dabei sind manche Kontrollen unterm Strich sogar positiv: Dass Mobiltelefone für Kinder aus Sicht der Eltern oft nur als deren Langen Leine dienen - eben damit man immer weiß, wo sich die Brut gerade herumtreibt und man ein sicheres Gefühl hat -, spricht sich langsam auch bei den Altvorderen herum, die Handys in Kinderhänden bislang nur für pädagogisches Teufelswerk halten.

Am selben Tag jedenfalls, als die verräterische Liebes-SMS zwischen Claudia Strunz und Stefan Effenberg in die Presse kam, erschien dort auch eine andere Meldung: Die handelte von einem Ehepaar aus Recklinghausen, das von vier Männern aus Kasachstan entführt worden war. Dem Mann war es gelungen, über sein Handy einen Bekannten zu alarmieren. Und dann gibt es eigentlich nichts mehr zu meckern, oder?

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