Mobiltelefongeschäft zeige Anzeichen einer Erholung
Motorola mit Millionenverlusten im zweiten Quartal

Der weltweit zweitgrößte Handyproduzent Motorola hat im zweiten Quartal einen Nettoverlust von mehreren hundert Mill. $ verbucht und dies mit der derzeitigen Schwäche der Telekom - und Halbleitermärkte begründet.

Reuters CHICAGO. Insgesamt 759 Mill. $ oder 35 Cents pro Aktie betrage der Verlust verglichen mit einem Nettogewinn von 204 Mill. $ oder neun Cents im zweiten Quartal 2000, teilte Motorola am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Das zweite Quartal in Folge verzeichnete Motorola zudem operative Verluste, die diesmal 232 Mill. $ oder elf Cents je Aktie betrugen, verglichen mit Gewinnen von 551 Mill. $ oder 25 Cents je Aktie im zweiten Quartal 2000. Analysten hatten im Schnitt einen Verlust von zwölf Cents erwartet. Für die Zukunft zeigte sich Motorola dennoch optimistisch. Die Aktie verzeichnete nachbörsliche Kursgewinne.

"Der Rückgang bei den Aufträgen für Kommunikationsausrüstung ist schlimmer als viele in der Branche zuerst gedacht hatten", sagte Motorola-Chef Christopher Galvin. Die Branche zeige sich fundamental schwach. "Das Ungleichgewicht zwischen Lagerbeständen und Nachfrage hat sich auf Europa ausgebreitet," sagte Galvin.

Bereits im April hatte Motorola davor gewarnt, dass das Ergebnis im zweiten Quartal wohl ein paar Cents schlechter ausfallen werde als im Auftaktquartal 2001, als ein operativer Verlust von neun Cents je Aktie verbucht wurde. Beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben im zweiten Quartal einen Rückgang von 19 % auf 7,5 (Vorjahr 9,3) Mrd. $. Noch im April war die Nummer zwei der Handyhersteller nach Nokia davon ausgegangen, dass der Umsatz im zweiten Quartal etwas über den 7,8 Mrd. $ des Auftaktquartals liegen werde. Im Zusammenhang mit den laufenden Restrukturierungen im Konzern verbuchte Motorola im zweiten Quartal Aufwendungen von 496 Mill. $ vor Steuern.

Die Lager sind nicht mehr voll

Motorola-Chef Galvin äußerte sich dennoch positiv zu der Performance im zweiten Quartal und zu den Aussichten des Konzerns. "Wir wissen, wie wir in einer rezessionsartigen Umgebung zurecht kommen," sagte Galvin. Alle Geschäfte des Konzerns blieben weiterhin darauf ausgerichtet, eine starke Bilanz aufzuweisen und den operativen Cash Flow zu verbessern. Aus seinen Geschäften habe Motorola im Quartal einen starken positiven Cash Flow generiert. Zudem seien die Lagerbestände gesunken, auch lägen die Gesamtschulden niedriger.

Trotz der weltweiten wirtschaftlichen Abschwächung würden die neuen Produkte des Unternehmens von Verbrauchern und Unternehmenskunden viel Aufmerksamkeit erfahren, sagte der Konzernchef weiter. Das Mobiltelefongeschäft zeige bereits wieder einige Zeichen einer Erholung. Zudem wird nach Einschätzung von Galvin die Halbleiterbranche im kommenden Jahr wahrscheinlich wieder zweistellige Wachstumsraten aufweisen. Wieder anziehende Nachfrage und die zurückgefahrenen Kapazitäten in beiden Bereichen würden zudem einen Abbau der Lagerbestände zur Folge haben. Es sei zu erwarten, dass die Lagerbestände mit der Zeit wieder ein normales Niveau erreichen, so der Konzernchef.

In den meisten Geschäfte verzeichnete Motorola indes im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang. Im der Mobiltelefonsparte gingen die Umsätze nach Unternehmensangaben um 25 % auf 2,5 Mrd. $ zurück. Im Halbleitergeschäft sanken die Umsätze um 38 % auf 1,3 Mrd. $. In der Telekom-Infrastruktur verzeichnete Motorola nach eigenen Angaben einen Umsatzrückgang von 14 % auf 1,7 Mrd. $.

Die Motorola-Aktie verzeichnete im Anschluss an die Mitteilung nachbörsliche Kursgewinne auf 16,67 $. Zuvor war die Aktie an der Wall Street noch mit einem Gewinn von 1,1 % bei 15,67 $ aus dem regulären Handel gegangen.

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