Mobiltelefonhersteller wird zum Sanierungsfall
Motorolas Verluste fallen unerwartet hoch aus

Der zweitgrößte Mobiltelefonhersteller hat im ersten Quartal einen Fehlbetrag von 533 Millionen Dollar erwirtschaftet. Ohne einmalige Belastungen lag das Minus bei 206 Millionen Dollar oder neun Cents pro Aktie. Damit hat der Konzern, der unter anderem ein Drittel der weltweit in Mobiltelefonen verwendeten Chips herstellt, einen um zwei Cents höheren Quartalsverlust gemeldet, als von Analysten erwartet worden war. In diesem Jahr will der Konzern sich von 15 Prozent der Mitarbeiter trennen.

wsc New YORK. Vor der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse hatte Motorola die Prognosen bereits zweimal reduziert. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch einen Gewinn von 21 Cents pro Aktie melden können. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 7,75 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten hier lediglich mit einem Rückgang um neun Prozent gerechnet. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage musste der Konzern Gewinn- und Umsatzeinbußen in allen Unternehmensbereichen hinnehmen.

Während Motorola im vergangenen Jahr in der Mobiltelefonsparte noch einen Gewinn von 53 Millionen Dollar erwirtschaftet hatte, muss das Unternehmen in diesem Segment nun einen Verlust von 402 Millionen Dollar verkraften. Der Umsatz in diesem Bereich ging um fast 30 Prozent zurück. Im Chipsegment baute Motorola den Verlust in den vergangenen drei Monaten auf 131 Millionen Dollar aus. Der Umsatz ging hier um mehr als 20 Prozent zurück, die Anzahl der Aufträge sank im Jahresvergleich fast um die Hälfte.

Um Kosten zu reduzieren, wird Motorola in diesem Jahr weltweit insgesamt rund 22 000 Arbeitsplätze und damit rund 15 Prozent seiner 147 000 Stellen abbauen.

Über mögliche Liquiditätsprobleme äußerte sich der Konzern nicht. Erst vergangenen Freitag hatten Spekulationen über die hohe Verschuldung des Unternehmens die Aktie auf ihren niedrigsten Stand seit acht Jahren getrieben. Nachdem der Titel vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen in den vergangenen zwei Tagen Kursgewinne verbuchen konnte, verlor die Aktie nachbörslich fast acht Prozent. Insgesamt hat die Aktie seit dem Rekordhoch im März vergangenen Jahres rund 80 Prozent an Wert verloren.

Motorolas Konkurrenten Nokia und Ericsson werden ihre Quartalsergebnisse erst am Ende der kommenden Woche veröffentlichen.

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