Mobiltelefonierer können Bilder und Musik per Kurzmitteilung verschicken
Neuer Handy-Standard soll junge Nutzer anlocken

Der EMS-Dienst macht die Kurzmitteilungen bunter: Handy-Nutzer versenden Bilder und Animationen, die zum Teil auch bearbeitet werden können. Das Problem: Nicht alle Anbieter machen mit.

MÜNCHEN. Die Hersteller von Mobiltelefonen wollen mit einem neuen Standard vor allem junge Kunden gewinnen. Der Enhanced Messaging Service (EMS) ermöglicht es, eine Kurznachricht mit Bildern, Grafiken oder Melodien zu versehen. Zielgruppe sind vor allem die 14- bis 24-Jährigen. Die ließen sich nicht mehr so stark wie im vergangenen Jahr mit Prepaid-Angeboten ködern, sagt Rainer Kauffmann, für Deutschland zuständiger Vertriebsleiter des französischen Handy-Anbieters Alcatel. "Im Prepaid-Markt war der Preis das Hauptverkaufsargument", so Kauffmann. "An seine Stelle treten nun Kriterien wie Lifestyle, Interaktivität und Individualität."

Die EMS-Angebote sollen Bildschirmschoner, auswechselbare Oberschalen, Downloads von Klingeltönen und Spiele auf dem Handy ergänzen. Die Hersteller wollen so auch die Zeit überbrücken, bis sie große Innovationen wie UMTS-Handys auf den Markt bringen. Zumal Zwischenlösungen wie GPRS (General Packet Radio Service), die den Datenempfang beschleunigen, recht langsam sind.

Die EMS-Technik bietet neben Bildern und Melodien auch einige einfache Animationen, meist werden sie vom Hersteller vorgefertigt angeboten. Diese können die Texte der Kurzmitteilung ergänzen oder ersetzen. Künftig soll der Nutzer auch Texte formatieren und Bilder selbst animieren können. Beim Versenden sind jedoch Probleme möglich. Der neue Service ist zwar ein offener Standard, doch er wird bislang lediglich von Alcatel, Ericsson, Motorola und Siemens angeboten. Wer per EMS Bilder und Klingeltöne verschicken will, muss also wissen, welches Endgerät der Empfänger nutzt.

Marktführer Nokia beispielsweise setzt weiterhin auf sein eigene Smart-Messaging-Technik und will erst beim nächsten Schritt mit den anderen mitmischen: dem Multimedia Messaging Service - kurz MMS. Der soll den Versand von vertonten Videoclips möglich machen.

Vorreiter bei EMS-fähigen Mobiltelefonen ist Ericsson mit gleich vier Geräten: dem T20e, dem T29s, dem T39m und dem R520m. Die Handys bringen je bis zu 80 Motive aus den unterschiedlichsten Kategorien mit: von der Kaffeetasse über die Geburtstagstorte bis zur Regenwolke. Außerdem können die Bildchen mit Hilfe der Tastatur verändert werden - das erfordert allerdings Geduld. Der bestehende Fundus lässt sich zudem durch Grafiken, die man per SMS erhalten hat, erweitern. Auf der Internetseite www.handy.de stehen den Ericsson-Anwendern dazu mehr als 500 Motive zur Auswahl.

Von Siemens im Angebot sind das ME45 und S45. Sie halten jeweils 15 Grafiken parat, die jedoch allesamt Donald Duck aus dem Gesicht geschnitten sind. Auf der Homepage www.my-siemens.com/citysollen jedoch künftig auch andere Motive zu finden sein.

Motorola will erst Ende des Jahres sein erstes EMS-Gerät anbieten. Alcatel dagegen plant für September den Verkauf des One Touch 511. Das Gerät hält 17 Töne sowie knapp 40 teils bewegte Symbole und Bilder parat. Gemeinsam mit Digiplug bietet der Hersteller außerdem virtuelle Postkarten, Icons, Animationen und Melodien zum Download an (www.alcatel.com).

Zu den Besonderheiten des Alcatel-Geräts zählen polyphone Klänge: Sie setzen sich aus der Musik mehrerer Instrumente zusammen. Wer will, kann damit auch eigene Melodien komponieren und sie bestimmten Anrufergruppen zuordnen. Witziger ist es allerdings, Ruftöne über das eingebaute Mikrofon aufzunehmen: Wenn das Handy hupt, wiehert oder bellt, hat man die Lacher garantiert auf seiner Seite.

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