Mode- und Luxuskonzern glänzt trotzt schwacher Konjunktur mit starkem Umsatzwachstum
Armani gibt der Konkurrenz Rätsel auf

Aus Sicht der Konkurrenten ist Georgio Armani ein Phänomen: Während das Gros der Hersteller von Mode- und Luxusgütern durch die schwache Konjunktur und die Ereignisse des 11. Septembers in die Krise gerutscht ist, legt der 67-jährige Stardesigner aus Italien erneut ein Rekordjahr hin.

MAILAND. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz der Armani-Gruppe um fast ein Viertel auf 1,27 Mrd. ? gestiegen. Das Wachstum entspricht den Prognosen, die im vergangenen Frühling mitgeteilt worden waren. "Die gute Performance unterstreicht den Erfolg unserer Strategien", kommentierte Armani in Mailand die Zahlen. In den vergangenen drei Jahren ist das Geschäftsvolumen um durchschnittlich 18 % gestiegen. Ertragszahlen wird das Unternehmen erst im April bekannt geben.

Nach Ansicht von Carlo Pambianco, führender Berater der Luxusgüterindustrie, profitiert Armani in der aktuellen Situation von der Fokussierung auf lediglich eine Marke. Konzerne, die mehrere Namen unter ihrem Dach vereinigen - zum Beispiel Gucci, Prada oder LVMH - hätten es in konjunkturell schlechten Zeiten schwerer. "Wer nur einen Zug befeuert, hat in der Steigung Vorteile gegenüber jenem, der mehrere Züge antreiben muss", so Pambianco.

Objektiv starke Marke

Zudem profitiere Armani von der objektiven Stärke seiner Marke. "Unternehmen mit schwächeren Brands trifft die Rezession viel stärker. Der Einzelhandel wird aber nie auf große Namen verzichten wollen." Die hohen Aufwendungen für Kommunikation und Marketing zahlen sich in der Krise also aus. Armani hat 2001 etwa ein Zehntel des Umsatzes ins Image investiert. Diese Linie will man 2002 beibehalten. Armani bringt immer mehr Stufen der Wertschöpfungskette - vom Design über die Fertigung bis zum Vertrieb - unter eigene Kontrolle. Für den Kauf von Fabriken, die Eröffnung eigener Geschäfte und ähnliches hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 273 Mill. ? ausgegeben. Und auch 2002 setzt der Konzern auf aggressive Investitionspolitik. So gab er gestern unter anderem bekannt, einen Strickwarenhersteller aus Reggio-Emilia - Miss Deanna - kaufen zu wollen. Den Preis nannte Armani nicht.

Als weiteren strategischen Pfeiler nennt Armani die Diversifikation der Marke. So wurde jüngst eine Linie von Haustextilien unter dem Namen "Armani Casa" lanciert. Außerdem stellt der Konzern seit Neuestem Schmuck her. Und der Stylist kann sich auch vorstellen, Hotels zu eröffnen, die nach seinen ästhetischen Vorstellungen eingerichtet sind - und seinen Namen tragen.

Für 2002 herrscht bei Armani vorsichtiger Optimismus. Es sei zwar noch zu früh, Vorhersagen zu wagen. Das US-Geschäft habe sich aber nach einem schwachen Herbst wieder deutlich erholt. Branchenkenner Pambianco erwartet für den gesamten Sektor einen Umsatzeinbruch von 8 % – 10 % im ersten Quartal. Alles spreche momentan aber für eine Wiederbelebung des Geschäftes im Sommer. "Das Klima hat sich bereits heute deutlich aufgehellt".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%