Modegeschäft läuft schleppend
Deutsche Designer bangen um Existenz

Sie sind kreativ, innovativ und unabhängig - und doch müssen sie permanent um ihre Existenz fürchten. Neue Talente haben es auf dem hart umkämpften Modemarkt schwer.

HB DÜSSELDORF. "Mode verkauft man über einen berühmten Namen, Masse oder Individualität", sagt die erfolgreiche deutsche Designerin Anja Gockel. Für die 36-Jährige ist klar, dass für neue Talente auf dem umkämpften Mark - mit großen Namen wie Jil Sander und Gabrielle Strehle - Individualität die beste Strategie ist. Die Mainzerin gehört zu einer Gruppe neuer Hoffnungsträger, die von der Igedo Company in Düsseldorf gefördert werden.

Manchem neuen Talent wird durch die Teilnahme an der weltweit größten Modemesse CPD woman-man (Collections Premieren Düsseldorf - 1.-3. August) ein Forum geboten. Dort können sie sich einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Zu Deutschlands neuer Designer-Generation zählt die Wahl-Düsseldorferin Anita Karthaus. Sie hat bereits als Kind Kleider für ihre Puppen genäht. Nachdem schon ihre Mutter als Schneiderin gearbeitet hatte, war für die Tochter aus dem ostpreußischen Masuren die klassische Karriere mit Schneiderlehre und Modeschule programmiert. Mit Ende 30 kann Karthaus inzwischen acht Jahre Selbstständigkeit in einer schwierigen Branche feiern.

"Ich wünsche mir mutigere, farbenfrohere, tragbare Mode", sagt sie über das deutsche Angebot. Ihre Inspirationen findet Karthaus entsprechend nicht in in der Heimat, sondern bei den Modemessen in Paris. "In Paris gibt es mehr bunte Vögel." Hier holt sie sich Impulse für ihren Mix aus strengen Linien bei Hosen und Röcken und verspielter Romantik bei Blusen und Oberteilen. Gern spielt sie mit Stoffen - Seide, Taft und Leinen - in Erdtönen und Grün. Die bezieht sie mit Vorliebe aus Fernost. "Mode hat viel mit Gefühl zu tun." Das möchte sie mit ihren Kreationen bei den Kundinnen ansprechen.

Ihre Leidenschaft bei der Vorbereitung der Kollektion für den Sommer 2005 ist aber bereits getrübt von Existenzängsten. Zwar beliefert sie über ihr Düsseldorfer Atelier und Vertreter in den Niederlanden und Belgien drei Geschäfte in der Schweiz und in Moskau. "Doch das Geschäft in Deutschland ist eher schleppend", sagt die zierliche Blondine, die ihre Modelle in Köln produzieren lässt.

Seite 1:

Deutsche Designer bangen um Existenz

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%