Modekonzern macht weniger Gewinn
Boss hat das Schlimmste angeblich überstanden

Die anhaltende Kaufunlust der Konsumenten in Deutschland und Teilen Europas hat Umsatz und Gewinn des schwäbischen Herrenmode-Konzerns Hugo Boss im ersten Quartal noch einmal gedrückt. Das Schlimmste hält Boss damit aber für überstanden.

Reuters METZINGEN. Der weltweite Umsatz sank um fünf Prozent auf 340 Mill. ?, ohne die Schwäche des Dollar hätte er auf dem Niveau des Vorjahres stagniert, wie das Metzinger Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Überschuss sei in den ersten drei Monaten um 17 % auf 44 Mill. ? zurückgegangen. Bereits im laufenden zweiten Quartal soll es aber mit dem Gewinn aufwärts gehen.

"Die Verbraucherstimmung auf den wichtigsten Märkten für Bekleidung dürfte im April den Tiefpunkt durchschritten haben, das sagen jedenfalls unsere großen Kunden", sagte Vorstandschef Bruno Sälzer der Nachrichtenagentur Reuters. Am Ziel, den Gewinn 2003 um mindestens zehn Prozent auf mehr als 82 Mill. ? zu steigern, halte Boss fest. Dazu beitragen soll ein deutlich geringerer Verlust der Damenmode-Sparte Boss Woman.

Die im Nebenwerte-Index MDax notierte Boss-Vorzugsaktie fiel zeitweise um acht Prozent, am Abend lag sie mit 12,10 ? um 3,2 % unter dem Dienstags-Schlusskurs. Die mehrheitlich im Besitz der Mailänder Marzotto-Gruppe befindlichen Stammaktien gaben um 5,8 % auf 11,30 ? nach.

Der Konzernumsatz soll 2003 bei 1,09 Mrd. ? stabil bleiben, sofern sich die Wechselkurse nicht mehr entscheidend veränderten, bekräftigte Boss. Er rechne nicht mit einem noch schwächeren Dollar, sagte Sälzer. Allein in den USA verwandelte der Umrechnungseffekt im ersten Quartal einen Umsatzzuwachs von sieben Prozent in Dollar in ein Minus von zwölf Prozent in Euro. Der Umsatz in Deutschland, dem größten Markt für Boss, ging um 13 % zurück. Europaweit sank der Umsatz um fünf Prozent. Nach dem Jahr 2002, das als schlechtestes Modejahr seit dem zweiten Weltkrieg galt, rechnet Sälzer in Deutschland mit einem weiteren Umsatzminus für die Branche von bis zu sechs Prozent, weltweit könnten es drei Prozent weniger werden.

Der Ergebniszuwachs soll angesichts stagnierender Umsätze 2003 aus den Fortschritten bei Boss Woman sowie aus dem Wegfall der Einmaleffekte in den USA kommen. "Diese Entwicklung wird sich bereits im zweiten Quartal zeigen", teilte Boss mit. Im zweiten Quartal des vergangenen Jahres hatte Hugo Boss nach umfangreichen Korrekturen an den Wertansätzen der Lagerbestände der US-Tochter einen Verlust von 27 Mill. ? ausgewiesen. Die Integration des bisher in Lizenz vergebenen Geschäfts mit Socken und Unterwäsche werde 2003 aber noch Geld kosten, sagte Sälzer.

Die Damenmode-Sparte des Herrenausstatters soll den Verlust 2003 halbieren. "Wir erwarten für Boss Woman einen einstelligen Verlust, also zwischen fünf und neun Mill. ?", erklärte Sälzer. Im vergangenen Jahr hatte die Sparte noch 18 Mill. ? Verlust erwirtschaftet. Im ersten Quartal stieg der Umsatz von Boss Woman nach der Verjüngung der kompletten Kollektion um 51 %. "Boss Woman hat viel besser abgeschnitten als ich erwartet hatte", sagte der Vorstandschef. Der Zuwachs werde sich bis zum Jahresende bei rund 30 % einpendeln.

Boss Man musste im ersten Quartal Umsatzeinbußen von sieben Prozent auf 289,7 Mill. ? hinnehmen. Die auf jugendliche Kundschaft getrimmte Marke "Hugo" setzte drei Prozent weniger um. Immer mehr Umsatz macht Boss mit Freizeitmode. Lag ihr Anteil am Gesamtumsatz vor zehn Jahren noch bei 30 %, könnte er nach Ansicht von Sälzer von derzeit 40 % bis 2008 auf rund die Hälfte steigen.

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