Modekonzern profitiert von der Bekanntheit und dem Linzenzgeschäft mit Brillen oder Düften
Tom Tailor setzt alles auf eine Marke

Mit preiswerter Mode lässt sich Geld auch in konjunkturell schlechten Zeiten Geld verdienen - das beweist zumindest der Hamburger Konzern Tom Tailor. Nach dem Umsatzplus im ersten Quartal will der Modehersteller die Zahl seiner Filialen und der Shops in Kaufhäusern weiter steigern.

HAMBURG. In die Klagen des deutschen Einzelhandels über das schwache Geschäft im ersten Quartal mag Michael Rosenblat, Vorstand der Tom Tailor AG, nicht einstimmen. Das Hamburger Modeunternehmen habe den Umsatz in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 % gesteigert, sagte Rosenblat im Gespräch mit dem Handelsblatt. In Deutschland lag das Plus bei 18 %. Für das Gesamtjahr erwartet er ein Umsatzwachstum um 15 bis 20 % auf 353 bis 368 Mill. Euro.

Rosenblat führt den Erfolg des 1992 als Importgesellschaft für Herrenhemden gegründeten Unternehmens auf die Strategie zurück, mit nur einer Dachmarke auf dem Bekleidungsmarkt aufzutreten. Unter dem Namen "Tom Tailor" produziert der Konzern Damen-, Herren- und Kindermode und ergänzt das Sortiment um 14 Lizenzvergaben für die Herstellung von Brillen bis hin zu Schuhen und Düften.

Schon im vorigen Jahr hatte Tom Tailor den Erlös dank dieser Ausrichtung um ein Fünftel auf 307 Mill. Euro erhöht, in Deutschland wurde 55 % des Umsatzes erzielt. Zuletzt hat das Hamburger Unternehmen die Kindermode in zwei Segmente aufgeteilt: in Mode für ältere Kinder und eine Kleinkindreihe, die sich an die Eltern als Käufer richtet.

Tom Tailor hat sich mit seinen Kollektionen im mittleren Preissegment angesiedelt und steht im Wettbewerb mit großen Bekleidungsketten wie Hennes & Mauritz oder Zara. Die Zielgruppe ist weit gefasst: Rosenblat beschreibt sie mit den "2- bis 60-Jährigen". Das Unternehmen kann sich auf einen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung von 40 % stützen - auf diesen Wert ist die Bekanntheit seit der Aufnahme von Damenmode ins Sortiment vor knapp drei Jahren gestiegen.

Mit Tom-Tailor-Geschäften in den Innenstädten, die von Franchise-Nehmern betrieben werden, will das Unternehmen noch bekannter werden. Rosenblat: "Wir befinden uns intensiv auf der Suche nach neuen Standorten." Als Vertriebswege nutzt das Unternehmen bisher vorwiegend den klassischen Textileinzelhandel sowie Versandkonzerne und die Kaufhaus-Ketten. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen nach Rosenblats Worten mit Shop-in-Shop-Konzepten, also eigenen Verkaufsabteilungen beispielsweise in Kaufhäusern.

Solche Shop-in-Shops von Tom Tailor und anderen Modemarken vermittelten in Warenhäusern einen Fachgeschäftscharakter und würden von den Kunden gern angenommen, bestätigt Elmar Kratz, Sprecher der Karstadt Warenhaus AG in Essen. Ähnlich äußert sich die Kaufhof Warenhaus AG in Köln: Hier sind die Markenshops ein Teil des Galeria-Konzepts. Bei Kaufhof ist Tom Tailor mit 115 Shops vertreten.

Tom Tailor unterhält in Deutschland und 70 Ländern insgesamt 733 Shop-in-Shops und Tom Tailor-Geschäfte. In diesem Jahr werden mindestens 200 weitere hinzukommen, gibt sich Rosenblat überzeugt. Die Zahl der Mitarbeiter werde um 50 auf 350 steigen.

Factory-Oulet-Stores, also der eigene fabriknahe Verkauf, waren bisher noch kein Thema für Tom Tailor. Doch wird sich das Unternehmen künftig auch damit beschäftigen müssen, um Über- und Restbestände zu vermarkten.

Die Anteile der Tom Tailor AG liegen bei Vorstand Uwe Schröder, der das Unternehmen seit 1965 leitet, seinem Bruder Werner, bei Michael Rosenblat und dem Unternehmensgründer Hans-Heinrich Pünjer. "Wir haben keine Absicht an die Börse zu gehen", betont Uwe Schröder.

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