Modelloffensive
Chancen und Risiken von Rolls-Royce, Mini und Co

Der neue BMW-Chef Helmut Panke hat ein gigantisches Programm vor sich: 20 neue Modelle will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren auf den Markt bringen, 16 Milliarden Euro sollen in die Entwicklung der neuen Autos investiert werden.

cgs DÜSSELDORF. Ganz oben auf der Prioritätenliste: der neue Mini. Der britische Kleinwagen soll zu einer kompletten Modellfamilie ausgebaut werden. Zu den bisherigen Varianten Mini One, Mini Cooper und Cooper S kommt 2002 ein Dieselmodell, voraussichtlich 2004 soll es ein Mini Cabrio geben. Außerdem arbeiten die BMW-Ingenieure an einem Minivan auf Basis des kultigen Flitzers. Um den Kleinwagen langfristig profitabel zu machen (geschätzter Verlust 2001: 300 Millionen Euro), will Panke die Zahl der Gleichteile mit BMW-Fahrzeugen drastisch erhöhen.

Mini für die junge Kundschaft

Wie der Mini soll ab dem Jahr 2004 auch der neue 1er junge Kunden an die Marke BMW heranführen. Eine erste Designstudie wurde im März auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt (Foto oben rechts). Das Thema Design ist derzeit ein Reizwort in der Münchner BMW-Zentrale: Wie schon beim gerade eingeführten neuen 7er hagelte es für das Styling des künftigen Baby-BMW Kritik von allen Seiten. "Die Kiste sieht aus, als hätte man sie in sechs Wochen aus dem Blech gedengelt", lästert ein ehemaliger BMW-Manager. Das klobige Außere und der schleppende Absatz der neuen Oberklasselimousine hat BMW-intern bereits zu einem handfesten Krach geführt.

Der künftige Konzernchef Panke, der einst im Vorstand gegen die neue Linie und für eine sportlichere 7er-Variante gestimmt hatte, lässt bereits durchblicken, dass der Nachfolger des aktuellen 5er-Modells optisch eigenständig auftreten soll. Er wird nicht so stark an den 7er angelehnt wie ursprünglich geplant. Kein Wunder: Der 5er macht rund 23 Prozent des gesamten BMW-Umsatzes aus und ist damit nach dem 3er (53 Prozent) die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns.

Imagebringer Rolls-Royce

Weniger als Cash- denn als Imagebringer soll der neue Rolls-Royce dienen. Wenn am 1. Januar 2003 die Rechte an der Luxusmarke von Volkswagen auf BMW übergehen, wollen die Münchner das neue Modell vorstellen, dessen Glanz - so die Hoffnung - auch die anderen Marken der Gruppe heller erstrahlen lässt. Ganz einfach wird der Start indes nicht: Mit der wiedererweckten Nobelmarke Maybach aus dem Hause Mercedes-Benz und den Bentley-Modellen von Volkswagen herrscht in der Luxusklasse Konkurrenz wie nie zuvor. Es dürfte schwierig werden, bei den geringen Stückzahlen die Kosten von rund einer halben Milliarde Pfund (umgerechnet 800 Millionen Euro) für den Kauf der Marke, den Bau der neuen Fabrik im englischen Goodwood und die Entwicklung des neuen Rolls-Royce wieder hereinzuholen. Adam Collins von der Investmentbank SSSB: "Aus Renditesicht wird Rolls-Royce ein Desaster."

Quelle: Wirtschaftswoche

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