"Moderate Ertragskraft"
Moody's bei deutschen Banken pessimistisch

Die Rating-Agentur Moody's behält ihren negativen Ausblick für den deutschen Bankensektor bei. Die deutschen Geldhäuser stünden vor einer Reihe struktureller Herausforderungen und litten außerdem unter dem derzeitigen Wirtschaftsabschwung, teilte Moody's am Mittwoch in London mit.

Reuters LONDON. Obwohl die deutschen Geldhäuser generell finanzstark seien und von einer breit diversifizierten Basis aus operierten, sei es möglich, dass die Einzelratings einiger Häuser im Fall einer anhaltenden Konjunkturschwäche nach unten korrigiert würden. Grund dafür sei unter anderem die relativ moderate Ertragskraft einiger Häuser.

Die Aussichten für die Privatbanken seien aber unter anderem durch einige strukturpolitische Veränderungen in Deutschland insgesamt nicht schlecht: "Der deutsche Bankensektor hat im Jahr 2001 einen deutlichen Strukturwandel gesehen, unter anderem die Steuerreform, der graduelle Wechsel hin zu einer privaten Altersvorsorge und die geplante Änderung der Garantiemechanismen für die Landesbanken", sagte Analyst Otto Dichtl, einer der Autoren des Sektorberichtes. "Von all diesen Maßnahmen werden die Privatbanken mehr profitieren als andere Banken."

Der Wegfall staatlicher Garantien könne zu einer Herabstufung von Landesbanken führen, gleichzeitig aber auch die Konsolidierung des öffentlichen Bankensektors vorantreiben. Für große private Banken könnten sich dadurch Übernahmemöglichkeiten ergeben, hieß es.

Terroranschläge wirken sich negativ aus

Die Anschläge in den USA vom 11. September hätten die Ratings der deutschen Banken nicht beeinträchtigt, teilte Moody's weiter mit. Die Rating-Agentur stelle aber fest, dass die Ereignisse den Abschwung der Weltwirtschaft beschleunigt hätten. Dies wirke sich auch negativ auf die Banken aus.

Helfen werden den deutschen Banken aber nach Einschätzung der Rating-Agentur auch die hohen IT-Investitionen der Vergangenheit sowie die Restrukturierungen oder die Konsolidierung in Teilbereichen, wie etwa die Fusion der Hypothekentöchter von Commerzbank, Dresdner- und Deutscher Bank. Auch die starke Position im Bereich e-commerce werde den Geldhäusern helfen, mit der derzeit schwierigen konjunkturellen Situation umzugehen.

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