"Moderater physischer Druck" gegen palästinensische Häftlinge
Empörung in Dänemark über Folter-Äußerungen von Israels Botschafter

dpa KOPENHAGEN. Die Berufung des ehemaligen israelischen Inlandsgeheimdienstchefs Karmi Gillon zum neuen israelischen Botschafter in Kopenhagen hat in Dänemark bei Politikern und Menschenrechtsgruppen Empörung ausgelöst. Grund sind nach Medienberichten vom Dienstag Äußerungen Gillons zum Thema Folter. Gillon hatte in einem Interview des dänischen Fernsehens gesagt, Israel könnte gezwungen sein, die umstrittene Praxis des "moderaten physischen Drucks" gegen palästinensische Häftlinge wieder einzuführen, um Informationen zur Verhinderung terroristischer Anschläge zu bekommen.

Nach den Berichten hat Gillon in dem Interview bestätigt, dass der Inlandsgeheimdienst noch 1999 Gefangene gefoltert habe. Alle Verhöre seien von israelischen Gerichten und vom Parlament überwacht worden. Die Methode sei nur bei islamischen Fundamentalisten angewandt worden, die sich geweigert hätten, Informationen - vor allem über Selbstmordattentäter - preiszugeben, wurde Gillon von der Zeitung "Jyllands-Posten" zitiert.

Ein Vertreter der linken Einheitspartei appellierte an die sozialdemokratisch-geführte Regierung in Kopenhagen, sie solle Gillon auffordern, seine Äußerungen zurückzunehmen, bevor er sein Amt im August antrete. Ein Vertreter des Zentrums zur Rehabilitierung von Folteropfern sagte, die Äußerungen Gillons seien schockierend und stünden in direktem Widerspruch zur UN-Menschenrechtskonvention.

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