Moderates Wachstum bei gleich bleibender Rendite
Immobilien-Aktien sind auf dem Vormarsch

Nach der Krise der Tech-Titel suchen Anleger Nerven schonendere Alternativen. Hier lohnt ein Blick auf Immobilienaktien. Steigende Mieten geben den Aktien Auftrieb.

HB DÜSSELDORF. Wenn Technologie- und New-Economy-Titel an der Börse schwächeln, werden Immobilien-Aktien wieder interessant. Diese Unternehmen, die sich mit der Entwicklung und dem Management jeglicher Art von Immobilien beschäftigen, profitieren nach eine Studie der Deutschen Bank noch nachhaltig vom starken Wirtschaftswachstum der jüngsten Vergangenheit.

Die Studie hat 31 europäische Immobilien-Gesellschaften unter die Lupe genommen hat. Nach Ansicht der Experten der Deutschen Bank sind besonders die Immobilienmärkte in Frankreich, Italien und Deutschland interessant. "Hier sind die Leerstandsquoten von Büroräumen in den letzten Jahren stark zurückgegangen", sagt Deutsche Bank-Analystin Uta Gardewischke. Das treibt den Mietpreis der Objekte in die Höhe und steigert damit den Kapitalwerte der Immobilien-Unternehmen, was sich positiv auf den Aktienkurs der Unternehmen auswirkt.

Kurse schwanken weniger stark

Immobilien-Aktien bieten Anlegern ein moderates Wachstum bei gleich bleibend hoher Rendite, so die Analysten. Zudem schwanken die Kurse dieser Aktien weniger stark, was die Nerven der Investoren schont. Da die Mietverträge für die Objekt immer für eine länger Zeit ausgehandelt werden, haben die Gesellschaften einen gleich bleibenden und gesicherten Rückfluss ihres eingesetzten Kapitals.

"Ein wichtiges Bewertungskriterium für die Immobilien-Gesellschaften ist der Net-Asset-Value", sagt Hans Hartmann, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Berechnet wird der Net-Asset-Value (NAV) aus dem Marktwert der Objekt abzüglich der Verbindlichkeiten. "Der NAV der meisten europäischen Gesellschaften liegt noch unter ihrem Aktienkurs", so Hartmann weiter. Sie werden also mit einem Abschlag gehandelt.

Dabei sei die Investition in Immobilien-Titel nach Meinung der Analysten die bessere Alternative zum unmittelbarem Kauf von Immobilien. Aktien lassen sich schneller und problemloser zu Geld zu machen als eine Immobilie. Und während die Spekulationsfrist für Grundstücke und Gebäude zehn Jahre beträgt, können Immobilien-Aktien nach einem Jahr steuerfrei veräußert werden.

Zweistellige Zuwachsraten sind durchaus möglich

Von April 2000 bis Mitte Mai hat der ERPA-Index, der die Entwicklung von gut 50 europäischen Immobilien-Aktien aufzeigt, im Vergleich zum DJ-Stoxx-Index besser abgeschnitten. Der ERPA-Index lag mit 13,2% im Plus während der DJ-Stoxx ein Minus von 12,9% verzeichnete. Über einen Zeitraum von fünf Jahren gesehen, liegen die Immoblien-Titel mit einer Rendite von 16,2% pro Jahr nur knapp hinter dem Stoxx, der im selben Zeitraum 19,9% jährlich erreichte.

"Immobilien-Aktien sind keine Highflyer wie man sie vom Neuen Markt kennt, aber zweistellige Zuwachsraten sind durchaus möglich", sagt Stefan Leibold, Immobilien-Fachmann bei der Privatbank Ellwanger und Geiger in Stuttgart. Deutschland hängt in Sachen Immobilien-Gesellschaften zwar noch hinterher, einzig die IVG (siehe Kasten) kann im internationalen Vergleich mithalten. "In der nächsten Zeit werden jedoch weiter große Unternehmen auf den deutschen Markt kommen und diesen beflügeln", sagt Leibold. In naher Zukunft werden die Immobilien-Titel weiter profitieren, sind sich die Analysten einig. Die Mieten in den europäischen Ballungszentren steigen weiter, da in den Städten weniger gebaut wird. Zusätzlich gehen Firmen dazu über, Teile ihre Immobilien zu verkaufen. Als Beispiel nennen die Analysten von Morgan Stanley Dean Winter die Telefongesellschaften, die wegen den hohen UMTS-Investitionen dringend Geld benötigten und daher Teile ihrer Immobilienbestände verkaufen müssten.

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