Moderne Technologie macht Fernsehen schneller und billiger
Laptop und Mini-Kamera revolutionieren TV-Nachrichten

Anfang der 90er-Jahre galt die Cebit noch als einer der wichtigen Treffpunkte für Medienprofis aus den Branchen Cinema, TV und Video. Ausgestellt wurden unter anderem riesige Supercomputer für die professionelle Postproduktion, also die Nachbearbeitung des gedrehten Film- und Fernsehmaterials. Die Zeit der Supercomputer in der TV-Produktion ist mittlerweile lange vorbei, und viele Ausrüster der Branche haben sich von der Cebit zurückgezogen.

HB DÜSSELDORF. Avid, einer der Marktführer der Postproduktions-Branche, stellte schon auf der letztjährigen Messe nicht mehr auf einem eigenen Stand aus. Der Wettbewerber Pinnacle stellte dagegen ein breites Produktprogramm für Amateure und für Profis vor. Die Veränderung des Messefokus auf Amateuranwendungen und die steigenden Ansprüche der Amateure kommen einem Unternehmen wie Pinnacle sehr gelegen.

Ganz unwichtig ist die Cebit für die Postproduktions- und Broadcastingbranche nicht geworden: Als die führende Computermesse zeigt die Messe immer noch das, was die TV- und Film-Unternehmen brauchen - leistungsfähige Computerchips, Laufwerke, Storage- und Clusterlösungen, Netzwerke und letztlich auch Computer.

Trend zum Klein-Gerät

Einer der wichtigsten Trends in der Medienbranche: Immer mehr Film- und Fernsehschaffende arbeiten heute mit Laptop-Computern, vor allem im Reportagebereich. In der Hauptsache setzen sie die mobilen Computer allerdings zur Verwaltung ihrer Arbeiten ein.

Doch auch mobile Schnittplätze spielen eine immer wichtigere Rolle. Sie erlauben es den Fernsehgesellschaften und Radiosendern, immer kleinere Reportageteams einzusetzen. Das Internet veränderte hier die Ansprüche. Streaming-Media, also Filme in Echtzeit im Internet, bestimmen hier die Anforderungen an das Fernsehen und insbesondere an die Fernsehberichterstattung. Bereits vor zwei Jahren zeigte Avid mit seiner Nachbearbeitungs- und Schnittsoftware Xpress DV für DV-Bearbeitung, Effekte, Audiobearbeitung, Titel und Composing und Grafik auf Dell-Notebooks. Die neueste Version der Software, Xpress DV 3.0 läuft als Mac-Version auch auf Apples G4-Titanium-Powerbook.

Schnelligkeit und Qualität sind Trumpf

In letzter Zeit fiel besonders das ZDF häufig durch die Schnelligkeit und Qualität seiner Berichterstattung auf, speziell beim "Heute Journal", dem Wirtschaftsmagazin "Wiso", der 3sat-Serie "Nano" und dem Magazin "ZDF.umwelt". Die entsprechenden Beiträge, zum Beispiel von der "Weltgipfelkonferenz für nachhaltige Entwicklung" in Johannesburg, wurden von einem Zwei-Mann-Team realisiert.

Während andere TV-Gesellschaften mit ganzen Türmen von Gerätschaften, wie eben üblich, anreisten, setzte das ZDF-Team lediglich ein Apple Titanium-Notebook mit der Bearbeitungssoftware Final Cut Pro 3 und eine handliche DVCAM-Kamera von Sony ein.

Diese Ausstattung erlaubt eine sehr schnelle und effektive Arbeitsweise. Das aufgenommene Material wird zunächst über die Fire-Wire-Schnittstelle auf das Powerbook überspielt, dort gesichtet, geloggt und geschnitten. Die Reporter benötigen dabei keine zusätzlichen Speicher, Eingabehilfen für das Schneiden oder Monitore.

Die Beiträge kann man praktisch aus dem Titanium-Notebook heraus senden: Die fertigen Berichte werden zur Kamera auf das DV-Band überspielt, um das Signal anschließend vom Band per Satellitenstation an den Sender in Deutschland transferieren zu können. Bei großen Veranstaltungen können die Journalisten in Zehnminuten- blöcken Satellitenzeit buchen und so rund um die Uhr senden.

Beweglichkeit und Flexibilität

Großer Vorteil der Mini-Teams ist deren große Beweglichkeit und Flexibilität: Kamerateams können demnächst die komplette Ausrüstung im Handgepäck mitnehmen. In einen einzigen Aluminium-Pilotenkoffer passen Kamera, das flache Powerbook, Mikrofon und Zubehör.

Dank dieser Vorteile wird sich der Einsatz von Notebooks im TV-Reportage-Bereich weiter durchsetzen. Dabei muss das Notebook in Zukunft noch nicht einmal permanent genutzt werden. Sony bietet mit dem DVCAM-Festplatten-Recorder, ebenfalls mit FireWire-Schnittstelle, ein kleines, sehr stabiles und belastbares Gerät an, mit dem die Aufnahmen direkt mit Hilfe eines Adapters an die Kamera angeschlossen werden können. Der Recorder zeichnet einen bis zu dreistündigen DVCAM/DV-Stream mit 25 Mbit/sec. auf einer 40-GB-Festplatte auf.

Der als DSR-DU1 bezeichnete Recorder ist mit den Bearbeitungs-Programmen Adobe Premiere 6.5, Apples Final Cut Pro und Avid Xpress DV kompatibel. Damit im News-Bereich keine entscheidenden Szenen verloren gehen, verfügt das gegenüber Erschütterungen geschützte Gerät über einen Zwischenspeicher für bis zu acht Sekunden für Video und Audio.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%