Moderne Übertragungstechniken – Mehr Sicherheit
Elektronik bestimmt in den Autos von morgen das Geschehen

Empfindliche Sensoren, Übertragungstechniken - so genannte Bus-Systeme - und Bordcomputer machen die neuen Anwendungen erst möglich. Rund 90 % der Innovationen werden von dieser Schlüsseltechnik geprägt sein, sagt Willibert Schleuter, Leiter der Audi Elektronik-Entwicklung.

HB FRANKFURT/M. Eine wesentliche Herausforderung sei die Software-Entwicklung, die zur Integration unterschiedlicher Prozesse und Techniken benötigt wird, so der Experte.

Schwierig gestaltet sich auch die Verknüpfung der Telematikdienste mit dem Internet und dem Mobilfunk. Hier müssen unterschiedliche Standards unter einen Hut gebracht werden. Für den Kunden wird sich der Aufwand lohnen. Schließlich kann er bald unterwegs Informationen aus dem weltweiten Datennetz abrufen, Staumeldungen werden direkt mit dem Navigationssystem abgeglichen, und wenn er beim nächsten Italiener eine Rast einlegen will, führt ihn der Bordcomputer auf dem schnellsten Weg dort hin. BMW, Audi und auch Mercedes-Benz haben inzwischen ihre Internetportale aufgebaut und werden entsprechend diese Dienste anbieten.

Schwachstelle beim Surfen ist die Übertragungstechnik

Eine Schwachstelle beim Surfen im Internet ist die Übertragungstechnik. Die Daten werden über das Mobilfunknetz nur langsam transportiert. Mit der neuen GPRS-Technik liegt diese weit unter der Geschwindigkeit, die ISDN bietet. Und selbst die Hoffnung auf die Mobilfunktechnik der nächsten Generation bleibt getrübt. Denn UMTS erzielt hohe Übertragungsraten nur, wenn das Fahrzeug steht.

Doch das Auto soll nicht nur neue Funktionalitäten bieten wie das mobile Büro, sondern das Fahren insgesamt soll bequemer und sicherer werden. Das soll der Kunde bereits beim Einsteigen merken. Er muss in Zukunft seinen Schlüssel nur noch mit sich tragen. Sobald der Autobesitzer in die Nähe seines Fahrzeugs kommt, werden die Daten vom Bus-System im Auto erfasst, gegengecheckt und die Türen automatisch geöffnet.

Doch damit nicht genug. Fahren verschiedene Personen mit dem Auto, wird der jeweilige Nutzer über die Schlüsselnummer identifiziert. Anschließend werden die persönlichen Einstellungen vorgenommen, die im Fahrzeug gespeichert sind: Der Sitz wird automatisch in Position gebracht, die Außenspiegel justiert, die Sitzheizung eingeschaltet oder die Klimaanlage eingestellt. Das funktioniert zum Teil schon heute. So erkennt der neue 7er-BMW den jeweiligen Fahrer am elektronischen Schlüssel und aktiviert automatisch die individuell programmierten Einstellungen.

Vision vom unfallfreien Fahren

Auch beim Thema Sicherheit haben sich die Autobauer viel vorgenommen. So präsentiert außer BMW auch Daimler-Chrysler auf der IAA seine Vision vom unfallfreien Fahren. Assistenzsysteme sollen den Fahrer in Zukunft früher vor Gefahren warnen und ihm helfen, in kritischen Situationen schneller und angemessener zu reagieren. "Mit dieser Technik wird sich künftig jeder zweite Unfall vermeiden lassen", ist Klaus-Dieter Vöhringer, Vorstand Forschung und Technologie der Daimler-Chrysler AG, überzeugt.

Sensoren am Auto sollen eine drohende Kollision im Voraus erkennen und Schutzsysteme im Fahrzeug wie Airbags oder Gurtstraffer bereits vor dem Aufprall aktivieren. Außerdem arbeiten Daimler-Chrysler-Forscher an ausfahrbaren Stoßfängern, Crashboxen und beweglichen Innenraumteilen, die den Fahrer schützen und teure Reparaturen vermeiden sollen.

Zu einem Dauerthema auf den Automobilmessen ist die Brennstoffzelle geworden. Immer wieder werden neue Varianten der Technik vorgestellt und erste Testauto vorgeführt. Doch bis zur Serienreife dieser Antriebsalternative, mit der die Emissionen auf Null reduziert werden können, wird es noch eine Weile dauern. "Der große Durchbruch für die Brennstoffzelle ist noch lange nicht geschafft", sagt Ralf Kalmbach, Chefberater bei Mercer Management Consulting in München für die Automobilindustrie. Das Beratungsunternehmen hat mit der Hypo-Vereinsbank eine Studie über künftige Automobiltechnologien erstellt und ist dabei zum Ergebnis gekommen, dass die Brennstoffzelle bis 2015 nur in Kleinserien zu finden sein wird.

Zurück zur Startseite des IAA-Specials

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%