Moderner Fünfkampf Olympia
Gebhardt bei Moisejew-Gold auf Platz fünf

Der Moderne Fünfkämpfer Steffen Gebhardt ist bei den Olympischen Spielen im Modernen Fünfkampf auf dem fünften Platz gelandet. Gold holte sich der Russe Andrej Moisejew.

Als Eric Walther in der Pferde-Lotterie die Niete Chuchu gezogen hatte und am Ende der Traum von einer Olympiamedaille geplatzt war, sackte Deutschlands bester Fünfkämpfer enttäuscht in sich zusammen. Während sich der Bensheimer Steffen Gebhardt über seinen glücklich zustandegekommenen 5. Platz verhalten freute, fühlte sich der frühere Weltmeister Walther in seinem wohl letzten großen Auftritt vor dem Karriereende vom Pech verfolgt.

"Chuchu wollte nicht so wie ich"

"Ich bin sehr enttäuscht. Hier war eine Medaille drin", sagte Walther, nachdem er im abschließenden 3 000-m-Rennen nur als 16. ins Ziel gelaufen war. Einen Schuldigen hatte der Berliner auch schnell ausgemacht: "An meinem schwachen Reitergebnis gebe ich die Schuld meinem Pferd. Chuchu wollte nicht so wie ich."

Mit dem ihm zugelosten Wallach riss der in aussichtsreicher Position liegende Walther in etliche Hindernisse. Bei einem fehlerfreien Ritt hätte der Athen-Siebte sogar in den Kampf um Gold eingreifen können, so aber müssen deutsche Fünfkämpfer weiter auf die erste Medaille seit dem Olympiasieg von Gotthard Handrick 1936 in Berlin warten.

Doch der 33-jährige Deutsche war nicht der einzige, der ungewollt für Komik im Reit-Parcours sorgte. Unter den Augen von Fürst Albert von Monaco, dem Weltverbands-Ehrenpräsidenten, bot sich im OSC-Stadion ein skurriles Schauspiel, bei dem viele völlig überforderte Sportler vom Pferd fielen. "Für das Image des Modernen Fünfkampfs war das sicher nicht förderlich", sagte Walther. Er könne sich das nur mit der Nervosität von Reitern und Pferden bei Olympia erklären.

Der Russe Andreij Moisejew profitierte von den Bedingungen und wiederholte seinen Triumph von Athen. Der Europameister (5 632) gewann Gold vor den beiden Litauern Edvinas Krungolcas (5 548) und Andrejus Zadneprovskis (5 524).

Für Walther war der dritte Olympiaauftritt der letzte, wahrscheinlich sogar der letzte Fünfkampf überhaupt in seiner Karriere. "Es steht noch nicht hundertprozentig fest, aber die Tendenz geht dahin. Es spricht vieles dafür, dass ich aufhöre", sagte Walther, der 2002 im italienischen Pesano den ersten und bislang einzigen WM-Titel für Deutschland im Einzel geholt hatte.

In die Fußstapfen von Walther soll Steffen Gebhardt treten. Der 26-Jährige profitierte von den unterschiedlichen Qualitäten der Pferde und schob sich mit einem guten Reitergebnis (1 128 Punkte) und einem engagierten Lauf (1 108) nach durchschnittlichen Leistungen im Schießen (1 132), Fechten (832) und Schwimmen (1 280) auf Platz fünf vor. "Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Mein Wettkampf war eigentlich gar nicht gut, aber zum Glück haben viele beim Reiten gepatzt", meinte der WM-Vierte von 2007.

Am Freitag geht es für die deutschen Frauen um Medaillen. Vor allem die WM-Fünfte Lena Schöneborn aus Bonn gilt als aussichtsreiche Kandidatin. Außerdem vertritt die Darmstädterin Eva Trautmann die deutschen Farben.

© SID

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