Moderner Fünfkampf Olympia
Schöneborn: "Ich bin der glücklichste Mensch"

Goldmedaillen-Gewinnerin im Modernen Fünfkampf Lena Schöneborn zeigt sich im Gespräch überwältigt von ihrem Triumph und erhofft sich ab sofort mehr Aufmerksamkeit für ihren Sport.

Nach ihrem Gold-Triumph im Modernen Fünfkampf in Peking sprach Lena Schöneborn in einem Interview über ihren Wettkampf und die unterschätzte Sportart in Deutschland.

Frage: "Frau Schöneborn, sie haben mit dem ersten deutschen Olympiasieg seit 72 Jahren im Modernen Fünfkampf Sportgeschichte geschrieben. Wie fühlt man sich dabei?"

Lena Schöneborn: "Ich bin völlig überwältigt, der glücklichste Mensch der Welt. Die Siegerehrung war ein Wechselbad der Gefühle für mich. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich glaube, ich habe beides gemacht. Als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, bekam ich eine Gänsehaut."

Frage: "Haben sie aufgrund der 19 Sekunden Vorsprung vor dem abschließenden 3 000-m-Lauf fest mit Gold gerechnet?" Schöneborn: "Ich wusste, dass ich schnell laufen kann, also war mir eine Medaille so gut wie sicher. Aber für Gold musste ich verdammt hart arbeiten, denn Heather Fell ließ sich nicht abschütteln."

Frage: "Auch beim Reiten haben Sie Nevenstärke bewiesen, obwohl Tags zuvor viele Männer vom Pferd gefallen waren. Hatten Sie keine Angst?"

Schöneborn: "Ich hatte deshalb richtig Bammel, da waren üble Stürze dabei. Und außerdem ist das eigentlich meine Wackeldisziplin. Aber mit dem Pferd "Xingxing" hatte ich ein glückliches Händchen."

Frage: "Wie gehen Sie damit um, so plötzlich im Rampenlicht zu stehen?"

Schöneborn: "Um ehrlich zu sein: Ich weiß noch gar nicht so recht, was ich machen soll. Das ganze Interesse an mir, die viele Fragen - das ist alles schön, aber für eine Fünfkämpferin eher ungewöhnlich. Ich versuche, so gut wie möglich damit umzugehen."

Frage: "Kann ihr Triumph der außer bei Olympia kaum beachteten Sportart zu mehr Popularität verhelfen?"

Schöneborn: "Ich hoffe, dass der Fünfkampf jetzt mehr in den Mittelpunkt rückt. Hier in Peking vor 40 000 Zuschauern zum Abschluss zu laufen, war fantastisch. Bei internationalen Wettkämpfen in Berlin kommen in der Regel weniger Zuschauer als beim Training von Hertha BSC. Das ist schon traurig."

Frage: "Können Sie sich einen Wechsel zu den Spezialisten vorstellen?"

Schöneborn: "Ich habe es ja mal als Schwimmerin versucht, aber bis in die Weltspitze komme ich da nicht. Ich glaube, dass ich für mich die richtige Sportart gefunden habe. Die Vielseitigkeit macht Spaß, es wird nie langweilig im Training. Und Erfolg habe ich auch."

© SID

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