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Modernisierung des Konzernlageberichts vorgeschlagen - Deutscher Standardisierungsrat bittet um Stellungnahme

Der Lagebericht als Ergänzung des Abschlusses ist ein traditioneller ...

Der Lagebericht als Ergänzung des Abschlusses ist ein traditioneller Bestandteil der Rechnungslegung deutscher Unternehmen. Auch das europäische Bilanzrecht schreibt den Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage für alle Kapitalgesellschaften unabhängig von der Inanspruchnahme des Kapitalmarkts vor. Da bisher kein IAS/IFRS zum Lagebericht oder vergleichbaren Berichtsinstrumenten vorliegt, bleibt der Konzernlagebericht auch für die von der IAS-Verordnung der EU erfassten Unternehmen zwingender Bestandteil der Rechnungslegung.
Der Deutsche Standardisierungsrat hat den Standardentwurf E-DRS 20 "Lageberichterstattung" mit dem Ziel vorgelegt, die derzeit großen Unterschiede in Umfang, Inhalt und Struktur der Lageberichterstattung deutscher Unternehmen zu reduzieren. Die geltende Rechtslage in Deutschland wird unter Berücksichtigung der europäischen und internationalen Entwicklungen der Berichterstattung interpretiert. Damit soll der Konzernlagebericht als Instrument einer wert- und zukunftsorientierten Berichterstattung ausgebaut werden, um den Adressaten die Einschätzung der Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens zu erleichtern. Dies dient auch dem Abbau von Informationsasymmetrien zwischen den Adressaten der Rechnungslegung und der Unternehmensleitung.
Der vorliegende Entwurf richtet sich an alle Mutterunternehmen, die einen Konzernlagebericht gem. § 315 HGB aufstellen. Eine Differenzierung des Geltungsbereichs nach Rechtsform, Branche oder der Inanspruchnahme des Kapitalmarkts wird damit vermieden. Die Pflicht zur Erstellung eines Konzernlageberichts gem. § 315 HGB wird für deutsche Mutterunternehmen auch nach Inkrafttreten der IAS-Verordnung der EU unabhängig davon bestehen, ob der Konzernabschluss nach IAS/IFRS, US GAAP oder HGB erstellt wurde.
Der Entwurf formuliert fünf Grundsätze der Lageberichterstattung, die unter anderem die umfassende Analyse des Geschäftsverlaufs, der Lage sowie der Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung aus Sicht der Unternehmensleitung betonen. Zur besseren Vergleichbarkeit der Lageberichterstattung in Deutschland wird eine Empfehlung für die Gliederung des Konzernlageberichts abgegeben.
Die Regelungen zum Inhalt des Konzernlageberichts konzentrieren sich auf Geschäft und Strategie, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie den Prognosebericht. Die Auswahl und Aufbereitung von Informationen für den Konzernlagebericht werden geregelt. Nur von kapitalmarktorientierten Mutterunternehmen fordert der Entwurf, das unternehmensintern eingesetzte Steuerungssystem anhand der dabei verwendeten Kennzahlen darzustellen und zu erläutern. Über diese Regeln hinaus werden in einer Anlage weitergehende Empfehlungen zum Inhalt des Konzernlageberichts gegeben. Für die Risikoberichterstattung gelten unverändert die Deutschen Rechnungslegungsstandards DRS 5, DRS 5-10 (Banken) und DRS 5-20 (Versicherungen).
Der Standardentwurf soll außerdem als deutscher Diskussionsbeitrag in den europäischen und internationalen Standardisierungsprozess der Rechnungslegung eingebracht werden. So diente beispielsweise die 1998 in Deutschland eingeführte Risikoberichterstattung als Vorbild für die aktuelle Modernisierung der europäischen Vorgaben zur Lageberichterstattung. Auch mit dem IASB und seinen nationalen Liaisonpartnern wie Großbritannien wird im Rahmen des Forschungsprojekts "Management`s Discussion and Analysis (MD & A)" über die mögliche Gestaltung eines dem Konzernlagebericht vergleichbaren Berichtsinstruments nach IFRS diskutiert. Eine englische Version des Standardentwurfs E-DRS 20 ist in Vorbereitung.
Stellungnahmen zum Standardentwurf können bis zum 15. 2. 2004 beim DRSC e. V. eingereicht werden. Weitere Informationen unter: www.drsc.de. (Pressemitteilung des DRSC vom 13. 11. 2003).

Quelle: DER BETRIEB, 19.11.2003

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