Möbelkette plant bis 2004 acht neue Standorte
Ikea erwartet in Deutschland kaum noch Wachstum

Der schwedische Möbelriese Ikea kann sich in Deutschland der Brancheflaute nicht länger entziehen. Nach jahrelangen Umsatzzuwächsen gegen den Trend rechnet die führende deutsche Möbelhauskette im soeben angelaufenen Geschäftsjahr kaum mehr mit Wachstum. Ungeachtet dessen will der Möbel-Filialist weiter seine Preise senken und massiv expandieren.

hz WIESBADEN. Doch Rezessionsängste, zunehmende Kaufzurückhaltung nach den TerroranschIägen in den USA sowie angeblich eine allgemeine Verunsicherung der Verbraucher durch die Einführung des Euro lassen das Möbelhaus für 2002 von einem "wirtschaftlich konservativen Szenario" ausgehen. "2002 wird ein ganz, ganz schwieriges Jahr", sagte Ikea-Deutschland-Chef Werner Weber in Wiesbaden. Im Vergleich zum allgemeinen Einbruch des deutschen Möbelmarktes stehe das schwedische Einrichtungshaus allerdings immer noch sehr gut da.

Mit Sorge sieht die Möbelkette jedoch, dass die Ikea-Kunden pro Einkauf immer weniger Geld ausgeben. Trotzdem will die Ikea Deutschland GmbH & Co. KG, München, im laufenden Jahr mit einer besseren Verkaufssteuerung den Margenverfall des Vorjahres wieder umkehren. Zugleich reduzierte Ikea nach eigenen Angaben erneut die Preise für das Gesamtsortiment um 2 %. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 (31.8.) hatten nach Unternehmensangaben Preissenkungen und ein Trend zu margenschwachen Artikeln das Ergebnis negativ beeinflusst. Zum Gewinn macht Ikea traditionell keine konkreten Angaben. Der Umsatz legte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem flächenbereinigten Plus von 4,5 % auf 4,2 Mrd. DM zwar nur rund halb so kräftig zu wie erwartet, lag jedoch immer noch deutlich über dem Branchendurchschnitt von real minus 1,2 %. Deutschland sei nach wie vor das Land, in dem Ikea weltweit den höchsten Umsatz erziele, betonte Weber.

Unbeeindruckt von den trüben Aussichten will das Möbelhaus deshalb in Deutschland in diesem Jahr rund 350 Mill. DM in neue Häuser in Hamburg und Kiel sowie Modernisierungen in Bielefeld und Braunschweig investieren. Bis 2004 sollen insgesamt acht neue Standorte errichtet werden. Seit dem Vorjahr hat Ikea nach eigenen Angaben 400 neue Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt seien in den 27 deutschen Einrichtungshäusern derzeit knapp 9000 Mitarbeiter beschäftigt.

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