Möbelkette will wieder in die Wachstumszone
Selbst Ikea spürt die Krise

Das schwedische Möbelhaus Ikea will in Deutschland mit den neu eröffneten Standorten in Hamburg und Kiel wieder in die Wachstumszone zurückkehren.

HB/dpa FRANKFURT. Für das Geschäftsjahr 2003, das am 1. September begonnen hat, peile Ikea ein Umsatzplus von fünf Prozent an, sagte Deutschland-Chef Werner Weber am Donnerstag in Frankfurt. Im neuen Katalog gebe es keine Preissenkungen wie in früheren Jahren.

2002 waren die Umsatzerlöse um 0,5 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesunken. Ikea hatte zwar Kunden hinzugewonnen, doch diese gaben weniger aus. Auch der Gewinn, den das Unternehmen nicht nennt, ging zurück. Das Minus liege im einstelligen Prozentbereich. Weber zeigte sich mit dem Ergebnis aber "zufrieden", zumal in neue Häuser investiert worden sei. Im kommenden Frühjahr soll in Ulm der nächste Standort eröffnet werden.

Gleichwohl spürte der Marktführer in Deutschland die aktuelle Krise in der Möbelindustrie. Denn vor allem bei Polster- und Küchenmöbeln sowie Büroeinrichtungen gab es nach Worten Webers "stärkere Verluste". Zuwächse erzielten dagegen Dekorwaren und kleinere Möbelstücke.

Der Umsatz der deutschen Möbelindustrie ist in den ersten acht Monaten des Jahres 2002 um insgesamt 10,1 Prozent unter den Wert des Vorjahres gefallen. Das berichtete der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, Dirk-Uwe Klaas. Sämtliche Sparten hätten Federn lassen müssen, vor allem Möbel für Wohn-, Ess-, und Schlafzimmer (minus 17,2 Prozent) sowie Büroeinrichtungen (minus 11,5 Prozent).

Rund 64,5 Millionen Menschen besuchten im vergangenen Jahr eines der 29 Ikea-Einrichtungshäuser in Deutschland, dem wichtigsten Markt des Unternehmens. Der weltweit umsatzstärkste Standort ist Hamburg Schnelsen (rund 12 bis 13 Millionen Euro), gefolgt von Wallau Wiesbaden. 2002 beschäftigte der Möbelriese rund 9400 (2001: 9000) Mitarbeiter in der Bundesrepublik.

Weltweit setzte der schwedische Möbelkonzern 11,3 Milliarden Euro um, das waren 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zuwächse erzielte Ikea vor allem in anderen europäischen Staaten und Übersee. "Die Zahlen zeigen sehr deutlich, dass wir in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit einem sehr ungünstigen Konjunkturklima zu kämpfen haben", betonte Weber. Gleichwohl blieb Deutschland mit einem Anteil von etwa 20 Prozent am Gesamtumsatz der wichtigste Ikea-Markt.

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