„Möge Gott uns zu Märtyrern machen“
Bedrängter Arafat startet Medienoffensive

Der von israelischen Truppen in seinem Hauptquartier eingeschlossene palästinensische Präsident Jassir Arafat hat eine Medienoffensive gestartet, um seinem Zorn auf Israel Luft zu machen und um Unterstützung zu werben. In einem Interview mit dem arabischen Satellitensender El Dschasira sagte Arafat: "Sie (die Israelis) wollen mich in Haft, im Exil oder tot. Ich aber sage ihnen, ich werde lieber zum Märtyrer. Möge Gott uns zu Märtyrern machen."

wiwo/ap JERUSALEM. Arafat ist seit Freitag in seinem dreistöckigen Bürogebäude in Ramallah eingeschlossen und ohne Strom.

In einem Interview mit dem amerikanischen Nachrichtensender CNN bezeichnete er den israelischen Angriff auf sein Hauptquartier in Ramallah als "Terrorismus". "Sie (die Israelis) feuern mit amerikanischen Waffen auf uns". Arafat sprach über Mobiltelefon von seinem belagerten Bunker aus, im Hintergrund waren Schüsse von Maschinengewehren zu hören. Die Israelis hätten sieben Gebäude seines Hauptquartiers zerstört und auf sein Büro gefeuert, sagte Arafat.

Der CNN-Korrespondentin Christiane Amanpour warf Arafat Parteilichkeit zu Gunsten Israels vor. Aufgebracht reagierte er auf Amanpours Frage, was er denn unternehme, um die palästinensischen Extremisten in Schach zu halten. "Sie müssen genau sein, wenn Sie mit General Jassir Arafat sprechen", unterbrach er die Journalistin. "Mit derartigen Fragen decken sie die Terroraktionen der israelischen Besatzung und die israelischen Verbrechen. Seien Sie fair, danke. Auf Wiedersehen."

In einem Interview mit dem jordanischen Staatsfernsehen kritisierte er die USA, den israelischen Sturm auf Ramallah nicht gestoppt zu haben. Amerika hätte den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon stoppen können. "Warum schweigen sie (die Amerikaner), trotz alledem, was hier passiert?"

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