Möglich nach der Dresdner Bank-Übernahme
MLP weiter mit besten Chancen auf Dax-Aufnahme

Die Aktie des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP hat weiterhin beste Chancen, im Falle einer Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz AG für den Titel des Frankfurter Geldhauses in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufzusteigen.

Reuters FRANKFURT. Dies lässt sich aus der von der Deutschen Börse am Donnerstagabend veröffentlichten April-Rangliste der nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz größten deutschen Börsenkonzerne errechnen. Die Börse schreibt vor, dass eine Firma, die von einem im selben Index notierten Unternehmen zu mehr als 75 Prozent übernommen wird, aus dem Kursbarometer herausgenommen werden muss. Dies wäre bei einem erfolgreichen Abschluss der geplanten Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz der Fall. Der Börsen-Rangliste zufolge dürfte MLP die Dresdner-Aktien im Dax ersetzen.

Index-Experten und Analysten favorisieren MLP bereits seit längerem als potenziellen Dax-Aufsteiger und somit als aussichtsreichsten Kandidaten für die Dresdner-Nachfolge. Gemäß des Regelwerks der Deutschen Börse kann diejenige Gesellschaft in den Dax aufsteigen, die unter den noch nicht in dem Index gewichteten Firmen bei Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz die größte ist. MLP belegt auf der am Donnerstag veröffentlichten Rangliste mit einem Börsenwert von 9,86 Milliarden Euro und einem Aktienumsatz von fast vier Milliarden Euro die Plätze 22 und 30 und rangiert damit sogar über der Dax-Firma Degussa-Hüls. Nächstgrößter, nicht im Dax gewichteter Titel wäre die jüngst erst aus dem Index abgestiegene KarstadtQuelle AG mit den Rängen 32 und 37.

MLP ist derzeit im 70 Nebenwerte umfassenden Index MDax gelistet. Der Aktie in dieses Barometer nachfolgen dürfte das Papier der Deutschen Börse AG, die bereits rund zwei Monate nach ihrem Gang an den Aktienmarkt mit einer Marktkapitalisierung von 3,57 Milliarden Euro und einem Börsenumsatz von 1,85 Milliarden Euro zum Kreis der 40 größten Konzerne vorgestoßen ist. Im MDax wird wahrscheinlich noch ein zweiter Platz frei, da die Münchener Rück AG die Ergo AG übernehmen will. Chancen auf eine Einnahme dieser möglichen Vakanz haben der Börsen-Rangliste zufolge Stada-Arzneimittel, König + Bauer und Beru AG.

Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz erst in ein paar Wochen

Der so genannte Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse kommt nächste Woche zusammen, um über mögliche Änderungen bei den Kursbarometern zu beraten. Neben der turnusgemäßen Überprüfung des Neue-Markt-Index Nemax50 sowie des Kleinwerte-Barometers SDax kann das Gremium auch außerordentliche Anpassungen für Dax und MDax bestimmen, wenn diese notwendig sein sollten. Ein Wechsel im Dax kann allerdings erst dann stattfinden, wenn die geplante Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz perfekt ist. Dies wird wohl noch einige Wochen dauern. Experten gehen aber davon aus, dass die Börse bereits kommende Woche einen so genannten Vorratsbeschluss fällt, also den potenziellen Nachfolger für die Dresdner-Aktie im Falle des erfolgreichen Abschlusses der Fusion nominiert.

MLP steht schon seit langem in der ersten Reihe der potenziellen Dax-Kandidaten. Das Unternehmen geriet jüngst unfreiwillig in die Schlagzeilen, da staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf verbotene Insidergeschäfte mit MLP-Aktien im Zusammenhang mit einem möglichen Aufstieg des Papiers in den Dax im vergangenen Sommer eingeleitet wurden. Nach Angaben der zuständigen Mannheimer Staatsanwaltschaft wurde Strafanzeige gegen unbekannt erstattet, die sich Finanzmarktkreisen und Medienberichten zufolge gegen damalige Mitglieder des Arbeitskreis Aktienindizes richten soll. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte bereits vor rund zwei Wochen Räume der Deutschen Börse sowie mehrerer Banken, wobei sich die Untersuchungen nicht gegen die Gesellschaften oder deren Mitarbeiter richteten. Auch gegen die MLP AG wird nicht ermittelt.

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