Mögliche Bürgschaft treibt Kurs der Mühl AG nach oben
Neuer Markt: Privatanleger bewegen die Kurse

Vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan hielten sich am Dienstag institutionelle Anleger am Neuen Markt weitgehend zurück. Der Nemax gewann trotzdem 1,1 Prozent auf 1 039 Punkte. Der Nemax 50 legte um 1,3 Prozent auf 1 046 Punkte zu.

FRANKFURT/M. Gute Grundstimmung, aber kaum nennenswerter Handel, so lässt sich am ehesten die Lage am Neuen Markt zusammenfassen. Das Feld überließen am Dienstag die Institutionellen fast ausschließlich den Privatanlegern. Bevor sich US-Notenbankpräsident Alan Greenspan um 20.15 Uhr hiesiger Zeit zur Konjunkturentwicklung äußert, wollte kaum jemand größere Aktienpakete in die Hand nehmen.

Lange Zeit unbeantwortet blieb am Dienstag die Frage nach dem außergewöhnlich hohen Kursanstieg der finanziell angeschlagenen Mühl AG . Erst am Abend wurde der Vorhang gelüftet. Die Bundesländer Thüringen und Sachsen sowie der Bund wollen dem Baustoff-Unternehmen unter bestimmten Umständen mit einer Bürgschaft helfen. Die Aktie explodierte daraufhin um 67,6 % auf 2,43 Euro. Erst am Wochenende wurde bekannt, dass Mühl die Zinsen für seine Unternehmensanleihe nicht bezahlen kann.

Völlig ohne Grund legten hingegen Onvista um 20 % auf 4,08 Euro zu. Am Montag sollen zwar endgültige Zahlen für das abgelaufene Jahr vorgelegt werden, die sollen jedoch nicht von den bereits bekannten vorläufigen Zahlen abweichen, hieß es aus Unternehmenskreisen.

Nachvollziehbarer war da schon das Plus von 8 % auf 4,65 Euro bei der Aachener Parsytec AG. Der Software-Spezialist für die Oberflächenkontrolle musste für das abgelaufene Jahr zwar einen Umsatzrückgang und ein Abrutschen in die Verlustzone melden, im vierten Quartal schien jedoch das Schlimmste überstanden. Da wurde ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Hoffnung schürte auch der Ausblick für 2002. Hier rechnen der Vorstand mit einem Umsatzanstieg von 30 bis 50 % bei einer operativen Gewinnmarge von 2 %.

Erste Anzeichen für bessere Zeiten führten auch bei Pfeiffer Vacuum zu einem Plus von 7,2 % auf 42,25 Euro. Optimismus demonstriert der Vakuumpumpenhersteller damit nach außen, auch wenn die Aufträge in den ersten Monaten des neuen Jahres nur schleppend herein flatterten.

Grund zur Freude hatte nach längerer Zeit auch wieder die Aktionäre der Essener BOV AG . Das IT-Unternehmen hat seine Beteiligung an der Paderborner Intermoves von 51 % auf 73 % aufgestockt. Die BOV-Aktie stieg daraufhin um 4,6 % auf 2,30 Euro, zumal Ende 2001 eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen bei Intermoves inzwischen erste Erfolge zeigen sollen.

Ihre Schatten voraus wirft seit Montag die Bilanzpressekonferenz des Marktschwergewichtes T-Online . Die Telekom-Tochter konnte auch am Dienstag um 4,3 % auf 13,16 Euro zulegen. Das Gros der Analysten rechnet damit, dass das hoch defizitäre Unternehmen es schafft, den operativen Verlust unter die Marke von 200 Mill. Euro zu senken.

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