Mögliche militärische Eskalation
Unsicherheit sorgt weiter für Euro-Gewinne

Angesichts der anhaltenden Unsicherheit der Finanzmärkte als Folge der US-Terroranschläge rechnen Devisenanalysten für die kommenden Tage mit weiteren Kursgewinnen für den Euro.

vwd FRANKFURT. Nachdem sich die Finanzmärkte mit den Liquiditätshilfen der Zentralbanken vorübergehend wieder beruhigt hätten, sei der Euro wegen Befürchtungen über eine mögliche militärische Eskalation zeitweise über die Marke von 0,92 USD gesprungen, beschreibt Ulrich Wortberg von der DG Bank die Marktlage. Diese Unsicherheit dürfte in den nächsten Tagen zu weiteren Aufschlägen für den Euro führen. Wegen der dünnen Umsätze sei außerdem mit einem volatilen Handel zu rechnen.

Die traditionelle Funktion des Dollar, in Krisenzeiten als sichere Anlagewährung zu dienen, sei derzeit aufgehoben, fügt Wortberg hinzu. Stattdessen flüchteten sich viele Anleger nun in den Schweizer Franken. Der steigende Ölpreis und sicherlich nachgebende US-Börsen bei der Wiedereröffnung könnten zudem das Verbrauchervertrauen als tragende Säule der US-Konjunktur belasten. Seiner Ansicht nach werden für einen Euro in der anstehenden Woche 0,9000 bis 0,9380 USD gezahlt. Konjunkturdaten dürften in den kommenden Tagen kaum ins Gewicht fallen, meint er.

Alexandra Bechtel von der Commerzbank rechnet damit, dass die US-Notenbank angesichts der prekären Lage noch vor der turnusgemäß am 2. Oktober anstehenden Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) die Leitzinsen senken wird. Dies würde die Volatilität im Devisenhandel noch erhöhen, befürchtet sie. Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei es jedenfalls notwendig, dass das Vertrauen an den Finanzmärkten und bei den US-Bürgern wieder hergestellt werde. Die Gefahren einer Rezession in den USA seien gewachsen und damit habe sich auch der Ausblick für die Weltwirtschaft verschlechtert. Bechtel rechnet für die kommenden Tage mit einer Range von 0,8950 bis 0,9360 USD.

Der Yen wird nach Einschätzung der Devisenexperten in den nächsten Tagen ebenfalls weiter von den Ereignissen in den USA profitieren. Allerdings sei den am Rande einer Rezession stehenden Japanern der erneute Kursanstieg des Yen ein Dorn im Auge, erläutert Wortberg. Die Regierung habe bereits Interventionen signalisiert, die allerdings kaum realisiert werden dürften. Daher werde der Dollar tendenziell unter Druck bleiben. Da am Freitag bereits die massive Unterstützung bei 118,30 bis 118,50 JPY durchbrochen worden sei, bestehe nun Abwärtspotenzial bis 116,90 JPY. Bechtels Range lautet auf 116,00 bis 120,75 JPY.

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