Mögliche Nachfolge für Gabriele Galateri
Machtkampf der Banken um Fiat-Kontrolle

Der Machtkampf zwischen den italienischen Banken um die Kontrolle beim Turiner Fiat-Konzern hat anscheinend begonnen. Denn die Finanzinstitute Intesa-BCI, Sanpaolo-IMI, Unicredito Italiano und Capitalia könnten als größte Gläubigerbanken des Konzerns ihre Macht durch die Mediobanca bedroht sehen, heißt es aus Branchenkreisen am Dienstag.

vwd MAILAND. Grund dafür ist die mögliche Nachfolge des als Gefolgsmann der Mediobanca geltenden Enrico Bondi für den Vorstandsvorsitzenden Gabriele Galateri. Dieser hatte am Dienstag seinen Rücktritt angeboten.

Somit könnte sich laut Marktteilnehmern das schlimmste Szenario für die Gläubiger - eine gemeinsame Kapitalerhöhung der Agnelli-Holdinggesellsschaft Ifil Finanziaria di Partecipazioni SpA, Turin, und der Mediobanca - bewahrheiten. Diese würde die Gläubiger mit einem Minderheitsanteil an Fiat zurücklassen, falls der Kredit über drei Milliarden Euro in Aktien umgewandelt wird. Bondi werde versuchen, die Kontrolle über Fiat zu erlangen, so die Mutmaßungen am Markt. Und damit gehe er auf Konfrontationskurs mit den Gläubigerbanken.

Die Gläubigerbanken haben sich bereits gegen die von Fiat betriebene Personalpolitik zu wehren versucht. Sie warnten Fiat, gegen die Kreditvereinbarungen zu verstoßen, falls der Nachfolger für Galateri und möglicherweise auch derjenige für den Verwaltungsratsvorsitzenden Paolo Fresco ohne vorherige Prüfung durch die Gläubigerbanken ernannt werden.

Zudem dürfte Bondi nach seiner Ernennung höchstwahrscheinlich einen Entschuldungsplan ausarbeiten, der von Abschlägen auf die Stammaktien begleitet wird, schätzen Beobachter. Bondi hatte zuvor die Ferruzzi Finanziaria SpA (Ferfin), Ravenna, vor dem Konkurs bewahrt, ihre Anteilseigner jedoch nur mit einem Fünftel ihres eingebrachten Kapitals zurückgelassen. Die nächste Sitzung des Verwaltungsrates ist für Donnerstag anberaumt.

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